Barthel weist Kritik an Bäderplanung zurück und lehnt Änderungen ab

Blick ins neue Auebad: Der Neubau an der Fulda soll das Flaggschiff der Kasseler Bäderlandschaft werden. Hier ist das Freizeitbad mit Kinderbecken und Gastronomiebereich zu sehen. Illustration: Löweneck + Schöfer

Kassel. Die Wogen bei den Kasseler Bädern gehen weiterhin hoch: Kämmerer und Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) sieht sich zu Unrecht in der Kritik.

Vereine, Schulen, Senioren und andere Gruppen seien im Vorfeld umfassend eingebunden worden, sagt Barthel. Dies gelte auch für die Initiative Pro Auebad, deren Forderungen - bis auf die Beckentiefe - weitgehend erfüllt worden seien.

Jürgen Barthel

Alle Wünsche könnten aus Kostengründen nicht umgesetzt werden. Für viele Menschen sei eine Wassertiefe von 1,30 Meter zudem ideal. Barthel machte deutlich, dass er die Pläne für das kombinierte Hallen- und Freibad an der Fulda nicht mehr ändern will. „Jede Umplanung kostet Geld“, sagte er. „Außerdem liefe uns die Zeit davon.“

Mit 45,2 Millionen Euro für die Kasseler Bäderlandschaft bewegt sich die Stadt laut Barthel derzeit auch im Kostenrahmen. Darin aber nicht enthalten sind die notwendigen Mehrkosten für das Freibad Wilhelmshöhe. Ebenso wenig die Ausgaben für die Platzgestaltung vor dem kombinierten Hallen- und Freibad am Auedamm sowie die Busanbindung. Noch völlig unklar ist zudem, wie teuer die Sanierung des Freibads Harleshausen ausfallen wird.

Barthel räumte ein, dass das Freibad Wilhelmshöhe im Vorfeld nicht so gründlich untersucht worden sei wie das Hallenbad Süd. Der Sanierungsbedarf für das 100 Jahre alte Bad ist mit 6,1 Millionen Euro doppelt so hoch wie angenommen. Vor diesem Hintergrund plädiert der Bäderdezernent für einen Neubau, was aber umstritten ist. „Ich befürchte, dass man mit einer Sanierung bei 6,1 Millionen Euro nicht stehen bleibt“, sagt Barthel. Er wolle das Risiko deshalb nicht eingehen. Ein Neubau sei für 4,8 Millionen Euro zu haben, mit einigen Extras wie Volleyball- und Wasserspielplatz für 5,7 Millionen Euro. Die Entscheidung liege bei den Stadtverordneten. „Noch ist kein Geld ausgegeben.“ Beim Auebad sei man „auf einem superguten Weg“, sagt der Bäderdezernent. „Wir sind im Kosten- und Zeitplan.“ Und das trotz der Mehrkosten von 110 000 Euro für die 120 Meter lange Doppelrutsche, die für Kinder und Jugendliche hoch attraktiv sei. Diese und weitere Anregungen zur technischen Einrichtung des Auebads habe man von einem kommunalen Bad in Bingen, das schwarze Zahlen schreibe.

Dass schöngerechnet werde, weil die Platzgestaltung vor dem Auebad ausgeklammert und dem Radweg zugeschlagen wurde, weist Barthel zurück. „Die Straßengestaltung vor dem Auebad war nie Bestandteil der Planung“, sagt er. Diese sei auch zu keiner Zeit in der Kostenberechnung gewesen. Die Kosten für die Busverbindung im Halbstundentakt würden ebenfalls gesondert abgerechnet. (els)

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