Forst mit Rekultivierung mehr als zufrieden

Basaltabbau soll leiser werden - Betreiber reagiert auf Beschwerden

Der Steinbruch im Druseltal: Hier hat der Basaltabbau seit über 100 Jahren Tradition. Die Basalt AG will den Betrieb noch für zehn bis 15 Jahre fortsetzen. Archivfoto: Herzog / Charterflug Kassel

Kassel. Die Tage des Basaltabbaus im Druseltal sind gezählt. „Das Material reicht höchstens noch für zehn bis 15 Jahre“, sagt Thorsten Honkisch, Leiter der Bergbauplanung bei der Basalt-Actien-Gesellschaft, die den Steinbruch betreibt.

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Für die Restlaufzeit soll der Betrieb leiser werden. Das hat die Basalt AG bei einem Gesprächstermin zur geforderten Rekultivierung von Waldflächen zugesagt. Anwohner hatten sich beschwert, dass es vermehrt zu Lärmproblemen komme. Auslöser dafür ist eine mobile Brecheranlage, die den Basalt zerkleinert. Die soll jetzt nur noch am Fuße des Steinbruchs zum Einsatz kommen. Nach Einschätzung der Fachleute müsste das die angrenzenden Wohngebiete spürbar entlasten. Nach Angaben von Anja Lipschik, Ortsvorsteherin von Bad Wilhelmshöhe, habe die Basalt AG zugesagt, dass samstags nicht mehr gearbeitet werde. Zudem werde man die Lärmbelastung im Umfeld des Steinbruchs messen.

Im Steinbruch: Ortsvorsteherin Anja Lipschik (von links), Thorsten Honkisch (Basalt AG) und Förster Dieter König. Fotos: Siemon

„Wir sind an einem vernünftigen Miteinander interessiert“, sagt der Bergbauingenieur Thorsten Honkisch. Der Basaltabbau im Druseltal hat immer wieder zu Protesten geführt. Die Erweiterung des Abbaugebiets um 5,5 Hektar in den Habichtswald hinein war sehr umstritten. Das Verhältnis zwischen Basalt AG und Forst hat sich in den vergangenen Jahren allerdings deutlich entspannt. „Wir sehen, dass der Steinbruchbetreiber seine Verpflichtungen verlässlich einhält“, sagt Dieter Schorbach vom für Kassel zuständigen Forstamt Wolfhagen.

Für jeden Hektar Steinbrucherweiterung muss die Basalt AG drei Hektar Wald rekultivieren. Das ist die Auflage des für die Genehmigung zuständigen Regierungspräsidiums. Die größte Fläche, auf der junge Bäume gepflanzt werden, ist das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr. In der Nähe des Fernsehturms auf dem Essigberg werden 7,5 Hektar als Ausgleich für den Basaltabbau aufgeforstet.

Hunderte von Bäumen gepflanzt

Dieter König

„Wir bekommen hier ein großes Stück Wald zurück, das in den 60er-Jahren abgeholzt wurde“, sagt Revierförster Dieter König. Ein Großteil der Bunkeranlagen ist bereits mit Erde abgedeckt. Hier haben König und seine Kollegen Hunderte von Bäumen gepflanzt. Hier soll ein robuster Mischwald entstehen, in dem auch seltenere Arten wie die Felsenbirne und die Esskastanie ihren Platz haben. Wenn unten im Druseltal in einigen Jahren der Steinbruch stillgelegt und rekultiviert wird, soll hier oben bereits ein junger Wald stehen.

Von Thomas Siemon

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