Basketball im Knast: 600 Zuschauer bei Finale in der Elwe

Kassel. Dröhnende Bässe erschüttern die Gefängnismauern, weißer Nebel hüllt das Spielfeld ein. Die rund 600 Zuschauer sind gut drauf - angeheizt von Moderator Amiaz Habtu.

Das Deutschlandfinale des Streetball-Turniers „Red Bull King of the Rock“ am Samstagabend im ehemaligen Kasseler Gefängnis „Elwe“ ist perfekt inszeniert. Ein Kamera-Kran schwenkt über die Zuschauer hinweg, richtet sich auf die acht Finalisten, die das Spielfeld im Innenhof betreten. „Coole Atmosphäre“, sagt Zuschauer Stas Brander (27) aus Kassel. Direkt über ihm in einer kleinen, offenen Zelle legen DJ Ron und DJ Special K Hip-Hop-Musik auf.

Die acht Finalisten hatten sich in den Vorrunden-Spielen aus insgesamt 32 Teilnehmern unter den Augen von Basketball-Nationalspieler Robin Benzing qualifiziert. Der 22-Jährige hat früher selbst auf der Straße gespielt und eröffnet einen Tag vor dem EM-Vorrundenspiel gegen Mazedonien die Streetball-Vorrunde in Kassel.

Basketball hinter Gittern in der Elwe

„Egal ob Street- oder Basketballer - uns verbindet die gemeinsame Leidenschaft für den Sport“, sagt er. Unter die letzten Acht hat es Aleksandar Zutic aus Stuttgart geschafft. Zwei Tage hat er mit den anderen Teilnehmern in einer ehemaligen Zelle der Elwe übernachtet „Mir ist schon mulmig geworden, als ich nachts im Dunkeln in einer Zelle aufgewacht bin“, sagt er. Im K.O.-System Eins-gegen-Eins kämpft er sich bis ins Finale vor, muss sich aber knapp mit 9:10 Körben gegen Matthias von Heydebrand aus Bonn geschlagen geben.

Der Sieger lässt sich feiern: Matthias von Heydebrand ist Deutscher Streetball-König.

Der 28-jährige Florian Wolf aus Kassel ist begeistert. „Ich hoffe, dass die Elwe künftig öfter für solche Events genutzt wird“, sagt er. Vor dem Finalspiel zeigen Dunking-Spezialisten in einem Wettbewerb ihr Können. Benjamin Salu Tadi, Gewinner der Offenen Deutschen Dunking-Meisterschaften, gelingt der beste Dunk. Die Veranstaltung geht friedlich und ohne Zwischenfälle zu Ende. „So könnte es immer sein“, sagt die blonde Frau vom Sicherheitsdienst. Anschließend gehen viele der Zuschauer zur After-Show-Party in den „Soda Club“, wo die DJs Ron und Special K weiter die Lautsprecher dröhnen lassen. HINTERGRUND

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