Seniorenheim wird für 11 Mio. Euro neu gebaut – Leben in Hausgemeinschaften

Baubeginn bei Bonifatius

Alles neu für alte Menschen: Das Seniorenhaus St. Bonifatius wird bis 2014 neu gebaut. Vor der Baustelle sehen sich Ansgar Erb vom Caritas-Vorstand, Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel, Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Heimleiterin Elisabeth Vosse, Pfarrer Albrecht Vey vom Katholischen Kirchengemeindeverband Kassel und Architekt Stefan Wahrig (Gemeinnnütziges Siedlungswerk) die Ansicht des Neubaus an. Im Hintergrund die katholische Kirch St. Bonifatius. Foto: Rudolph

Wesertor. Ein großer Schutthaufen und eine tiefe Grube zeugen schon von den bevorstehenden Bauarbeiten: Das in die Jahre gekommene Seniorenhaus St. Bonifatius im Stadtteil Wesertor wird in den kommenden Jahren durch einen Neubau ersetzt. Dadurch sollen den Bewohnern verbesserte und zeitgemäße Wohn- und Pflegebedingungen geboten werden.

11 Millionen Euro lässt sich der Caritasverband der Diözese Fulda als Träger der Einrichtung den Neubau kosten. 3,3 Millionen schießt das Land Hessen dazu, das zudem Darlehen in Höhe von 3,7 Mio. Euro für das Vorhaben gewährt. Mit 500 000 Euro unterstützt die Stiftung Deutsches Hilfswerk das Bauprojekt.

Das neue u-förmige Gebäude soll künftig 106 Bewohnern ein Zuhause bieten. Die Zahl der Plätze reduziert sich damit um 14. Denn künftig wird es ausschließlich Einzelzimmer geben, die zudem geräumiger ausfallen als bisher. Neu eingeführt wird außerdem ein Hausgemeinschaftsmodell, erklärt Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch. Je zehn bis zwölf Bewohnerzimmer gruppieren sich dabei um einen gemeinsamen Aufenthalts- und Küchenbereich, sodass ein familiärer Charakter entstehen soll.

Auch eine Begegnungsstätte, die für Menschen im Stadtteil offen ist, wird im Neubau entstehen. Neben einem täglichen Mittagstisch sollen unter anderem Seniorennachmittage angeboten werden, außerdem ist eine Beratungsstelle der Caritas für alte Menschen geplant. Auch eine Art Multikulti-Stammtisch für Frauen schwebt Heimleiterin Elisabeth Vosse vor.

Bis 2014

Bis es so weit ist, wird es allerdings noch ein Weilchen dauern. 2014 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein, das bei laufendem Betrieb vorgenommen wird. Ein alter Gebäudeteil ist bereits ab November abgerissen worden, dort entsteht bis Ende 2012 der erste Teil des Neubaus. In einigen Wochen soll mit den Gründungsarbeiten begonnen werden, ab Juni wird der Rohbau erstellt, sagt Architekt Stefan Wahrig vom Gemeinnützigen Siedlungswerk Frankfurt.

Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts können die 68 dort entstandenen Zimmer von den Bewohnern bezogen werden. Im Frühjahr 2013 wird dann der siebenstöckige Altbau abgerissen, in dem die Senioren jetzt untergebracht sind, und durch den viergeschossigen zweiten Neubauteil ersetzt. In ihm entstehen die übrigen Plätze. Auch der Meditations- und Kapellenraum im Eingangsbereich wird dann neu eingerichtet.

Stadtkämmerer und Sozialdzernent Dr. Jürgen Barthel lobte bei der Vorstellung der weiteren Planung durch die Caritas vor allem die Öffnung der Einrichtung zum Stadtteil. „Gerade im Wesertor sind solche Angebote zur Kommunikation und zur Integration wichtig.“

Von Katja Rudolph

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