Warten auf weniger Lärm

A7: Baubeginn für Schallschutzwand auf Kasseler Seite erst Mitte 2015

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Blick von der Brücke Crumbacher Straße nach Norden auf die A 7: Rechts ist der bereits fertiggestellte erste Bauabschnitt der Lärmschutzwand auf Lohfeldener Seite zu sehen. Auf der linken und Richtung Kassel weisenden Seite soll mit dem ersten Bauabschnitt (vom linken Bildrand bis etwa zur Senke) Mitte 2015 begonnen werden. Alle Lärmschutzanlagen dahinter werden anschließend um zwei bis drei Meter aufgestockt. Die Wohnhäuser im Bildhintergrund gehören zum Stadtteil Forstfeld.

Kassel. Weder sind die Planungen abgeschlossen noch ist klar, wann es wirklich mit dem Bau der Lärmschutzwand entlang der A7 auf der Kasseler Seite losgehen kann. „Wir schätzen erst Mitte 2015“, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil.

Ein früherer Zeitpunkt sei wegen der aktuellen Brückensanierung an der Dresdener Straße (Flutmuldenbrücke) nicht möglich. Zudem solle zunächst die neue Brücke am Übergang von der A 49 zur A 7 gebaut werden. Die Baustelle dort werde aktuell vorbereitet, gebaut wird hier bis Weihnachten 2014.

So sei mit dem Baustart der Lärmschutzwand für Kassel frühestens Mitte 2015 zu rechnen. Insgesamt handele es sich um drei Bauabschnitte, die den Lärmschutz für die Ortsteile Waldau, Forstfeld und Bettenhausen verbessern sollen.

Der erste Bauabschnitt auf der Kasseler Seite deckt das 850 Meter lange Teilstück zwischen dem Autobahnkreuz Kassel-Mitte und dem Waldauer Weg ab. Die Pläne hierfür sind fertig. „Die Wand wird hier nur vier Meter hoch gebaut, weil sich dahinter kein Wohngebiet, sondern ein Teil des Lohfeldener Gewerbegebietes befindet“, sagt Sinemus.

Aktuell existiert dort bisher überhaupt kein Lärmschutz. „Erst wenn dieses Teilstück fertig ist, wird der Abschnitt zwischen Waldauer Weg und der Lindenkopf-Fußgängerbrücke in Angriff genommen“, sagt Sinemus. Ob das allerdings noch im Jahr 2015 passiere, sei jetzt noch nicht absehbar. Die Pläne lägen noch nicht auf dem Tisch.

Erst ganz zum Schluss werde mit dem Teilstück zwischen Lindenkopf-Fußgängerbrücke und der Leipziger Straße begonnen. „Aktuell werden hier auf dem Seitenstreifen Probebohrungen vorgenommen, um die Tragfähigkeit der Wallkonstruktion und des Untergrunds zu prüfen“, sagt Sinemus. So könne es sein, dass zwischen Waldauer Weg und Leipziger Straße der schon vorhandene Lärmschutz-Erdwall einfach nur durch höhere Wandelemente aufgestockt wird. „Womöglich muss aber auch hier die komplette Anlage neu gebaut werden – wie schon auf der Lohfeldener Seite“, sagt Sinemus.

Immerhin solle die Wand später bis zu 16,5 Meter hoch in den Himmel ragen – im Schnitt zwei bis drei Meter höher als jetzt.

Insgesamt wird der Lärmschutz auf der Kasseler Seite rund 20 Millionen Euro kosten. Zusammen mit der Schallschutzanlage Lohfelden zahlt der Bund 40 Millionen Euro Gesamtkosten.

Aktuell entsteht im Zuge des achtstreifigen Ausbaus der A 7 zwischen dem Autobahndreieck Kassel-Süd und der Anschlussstelle Kassel-Ost auf der Lohfeldener Seite eine bis zu zwölf Meter hohe Lärmschutzwand. Sie soll im Oktober 2013 fertig sein.

Das sagt Landtagsabgeordneter Wolfgang Decker (SPD)

Baustart ist zu spät

„Der Baustart für die Lärmschutzwand für Kassel ist zu spät“, sagt Landtagsabgeordneter Wolfgang Decker (SPD). Nur wenn im Frühjahr 2015 begonnen werde, seien alle drei Abschnitte in einem Jahr realisierbar. Ohnehin sei die Wand im ersten Bauabschnitt mit vier Metern zu niedrig. Der Schall reflektiere von der Lohfeldener Seite und strahle bis weit nach Waldau zurück.

Von Boris Naumann

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