Konjunkturbericht: Handwerk mit der Lage zufrieden - Gesundheitsbranche und Kfz-Betriebe weniger

Das Baugewerbe hat gut zu tun

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Heinrich Gringel

Kassel. Das Handwerk ist wieder optimistisch: 84,3 Prozent der 16 000 Handwerksbetriebe in Nord-, Ost- und Mittelhessen bewerten die aktuelle Geschäftslage mit gut beziehungsweise befriedigend.

Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als bei der letzten Quartalsumfrage (74,5 Prozent), deren schwache Ergebnisse durch den langen Winter geprägt waren. Das geht aus dem Konjunkturbericht der Handwerkskammer Kassel hervor.

Auch der Ausblick ist gut: 33,7 Prozent der Betriebe erwarten in den nächsten drei Monaten gute, 52,5 Prozent befriedigende Geschäfte. Der Geschäftsklimaindex stieg gegenüber dem Vorquartalswert um 7,4 auf 120,5 Punkte an. Das Zehn-Jahreshoch vom Vorjahr (121,9) Punkte wurde nur knapp verfehlt.

„Nachdem unsere Betriebe die Konjunktur im 1. Quartal witterungsbedingt noch sehr zurückhaltend beurteilt haben, ist im aktuellen Sommerquartal wieder Optimismus eingekehrt“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel.

Die Entwicklung in den sieben Handwerksbranchen verlief allerdings recht unterschiedlich. Viel Zufriedenheit gab es im Baugewerbe. Dort sorgten unter anderem Nachholeffekte für starke wirtschaftliche Impulse. Vor allem das Ausbaugewerbe boomt, die Nachfrage bleibt auf sehr hohem Niveau. Auch die industriellen Zulieferer haben wieder zugelegt und sogar ihr gutes Vorjahresergebnis übertroffen.

Die Branche boomt: Das Baugewerbe ist mit der Auftragslage zufrieden. Unser Foto zeigt die Baustelle auf dem Campus-Gelände in der Nordstadt. Archivfoto: Fischer

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes haben sich von dem saisonal geprägten Einbruch des letzten Quartals erholt und blicken auf gut gefüllte Auftragsbücher. Sehr zufrieden waren auch die Fleischer und Bäcker.

Sorgenvoller betrachten hingegen die Kfz-Betriebe die Situation, auch wenn sie ihre Geschäftslage im Vergleich zum schwachen Vorjahr etwas günstiger bewerteten. Insbesondere der Rückgang im Gebraucht- und Neuwagengeschäft macht vielen Betrieben zu schaffen. Die Belebung bei den privaten Dienstleistern, vor allem bei den Friseuren, ist zum Erliegen gekommen. Noch unzufriedener mit der Entwicklung sind die Gesundheitshandwerke.

Erheblich besser als im ersten Quartal lief es bei den Auftragseingängen: 24,8 Prozent (Vorquartal: 12,7 Prozent) der Betriebe berichteten von gestiegenen und 50,7 Prozent von konstanten Auftragseingängen. Auftrieb gab es in den Monaten April bis Juni auch bei den Umsätzen. Mehr als jeder vierte Betrieb (25,8 Prozent) konnte Umsatzzuwächse verbuchen, im letzten Quartal waren es nur zehn Prozent.

Die Auslastung der Betriebe stieg um 7 Prozentpunkte auf 77,1 Prozent deutlich an. Die gute Entwicklung wirkt sich auch auf die Zahl der Beschäftigten aus. Im ersten Quartal dieses Jahres berichteten noch 13 Prozent der Betriebe, dass sie Personal entlassen mussten. Dieser Wert ist auf 9,2 Prozent gesunken. 12,9 Prozent haben mehr Mitarbeiter eingestellt. (els)

Die komplette Studie kann unter www.hwk-kassel.de (Rubrik: „Handwerk regional“) abgerufen werden.

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