Innung hat Gesellen freigesprochen – Branche verzeichnet in der Region mehr Lehrlinge als im Vorjahr

Baugewerbe bietet 18 Berufe

Wasserwaage im Anschlag: Auszubildender Patrick Fischer prüft unter den Augen von Meister Harald Jacob, ob die Mauer gerade ist. Foto: Konrad

Kassel. Es ist der Prozess, ein Produkt in allen Arbeitsschritten selbst herzustellen, der Patrick Fischer am Beruf des Spezialbaufacharbeiters besonders reizt. Er wird Maurer. „Am Ende hat man ein greifbares Ergebnis“, sagt der 23-Jährige aus Dransfeld (Niedersachsen).

Der Abiturient befindet sich im zweiten Lehrjahr. Sein Vater war bereits Maurer-Polier. Fischer mag das handwerkliche Arbeiten. „Man braucht viel Geschick und arbeitet häufig an der frischen Luft“, sagt er. Das gefalle ihm besonders. Fischer will Meister werden.

Allein der Beruf des Spezialbaufacharbeiters Maurer ist vielfältig. „Er deckt im Grunde den kompletten Rohbau, vom Fundament bis zum Schornstein ab“, sagt Ausbilder Harald Jacob. Die 18 Ausbildungsberufe reichen laut Andreas Lieberknecht vom Verband Baugewerblicher Unternehmer Hessen vom Beton- und Stahlbetonbauer über Fliesen-, Platten- und Mosaikleger bis hin zum Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer.

28 Lehrlinge der Bau-Innungen Kassel und Schwalm-Eder haben im Sommer die Gesellenprüfung bestanden und sind jetzt freigesprochen worden (Hintergrund). Gegen den allgemeinen Trend verzeichnet die mittelständische Bauwirtschaft mit 76 Auszubildenden im ersten Lehrjahr eine Steigerung von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dennoch rechnet die Brache langfristig mit einem Fachkräftemangel. „Von den etwa 50 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe in Hessen scheiden jedes Jahr aus Altersgründen mehr aus, als junge Fachkräfte nachkommen“, sagt Lieberknecht. Etwa 600 Auszubildende beginnen in Hessen jedes Jahr eine Ausbildung in der Branche, etwa 400 davon machen die Gesellenprüfung. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird mit 500 bis 1200 Euro (drittes Lehrjahr) relativ gut bezahlt. Ein Geselle steigt mit mindestens 2600 Euro brutto ein, ein Werkpolier erhält mindestens 3200 Euro im Monat.

Die Ausbildung beinhaltet neben betrieblicher Ausbildung und Berufsschule zusätzlich eine überbetriebliche Ausbildung, die in Kassel in der Lehrbaustelle der Arbeitsgemeinschaft Stufenausbildung Bau Kassel (ASK) an der Falderbaumstraße absolviert wird.

Aufstiegschancen bieten sich etwa als Meister und Bautechniker, bei Fachhochschulreife weiter als Diplomingenieur und Gewerbelehrer. Und natürlich als selbstständiger Bauunternehmer. (mkx)

www.ask-lehrbaustelle.de

www.hwk-kassel.de

Von Mirko Konrad

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