Quadratmeterpreis in fünf Jahren um 60 Euro verteuert

Preise steigen stark: Bauland in Kassel wird immer knapper und teurer

Kassel. Bauland wird in der Stadt Kassel immer knapper - und damit auch teurer. Die Grundstückspreise sind in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 60 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Kostete ein Quadratmeter baureifes Wohnbauland im Jahr 2013 im Durchschnitt 133 Euro, so waren es 2017 bereits 193 Euro.

„Das ist dramatisch, weil damit auch die Preise für Wohnraum ansteigen“, sagt Hochschulprofessor Stefan Rettich vom Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Uni Kassel. Da der Grundstückspreis den Löwenanteil der Baukostensteigerung ausmache, werde es schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Seit sechs Jahren gehen die Kaufpreise in Kassel nach oben. Besonders extrem ist dies im Markt der freistehenden Einfamilienhäuser. Für solch ein Haus waren 2017 durchschnittlich 358.000 Euro fällig. 2011 lag der Wert noch bei 200.000 Euro. Damit sind die Preise für das klassische Eigenheim in sechs Jahren um 79 Prozent geklettert.

Rettich schlägt Alarm: Die Kommunen müssten eingreifen, damit Bodenspekulationen nicht aus dem Ruder laufen. Er weist darauf hin, dass in Großstädten wie Kassel die Grundstückspreise in den Jahren 2011 bis 2014 im Bundesdurchschnitt um 16 Prozent gestiegen seien. In Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern sogar um 31 Prozent. Auch in Kassel sei deshalb die Kommunalpolitik gefragt, um mit Instrumenten wie dem Erbbaurecht dämpfend auf die explodierenden Immobilienpreise einzuwirken.

Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) spricht von „im Bundesvergleich moderaten Wohnkosten“ in Kassel. Dies sei ein Standortvorteil. Um diesen auf Dauer zu gewährleisten, sei es wichtig, neue Wohnungen zu bauen. Der Wohnungsbau werde in Kassel „intensiv durch aktive Projektbegleitung gefördert und selbst initiiert.“

Von Christina Hein

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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