Bagger beschädigte Ahorn, Linde und Eiche - Baustelle vorläufig stillgelegt

Baumschutz half nichts

Beweissicherung: Von dem eigentlich per Satzung geschützten Baum ist nur noch ein Stumpf übrig. Die Wurzeln waren vom Bagger stark beschädigt worden. Der Sachverständige Detlef Schmid war gestern auf der Baustelle an der Druseltalstraße. Foto:  Fischer

Bad Wilhelmshöhe. Die drei großen Bäume am Rand des Baugrundstücks an der Druseltalstraße / Ecke Niederwaldstraße sollten eigentlich stehen bleiben. Doch ihnen wurde im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben. „Wir mussten einen Ahornbaum fällen, weil die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war“, sagt Regula-Maria Ohlmeier, Leiterin des städtischen Umwelt- und Gartenamtes. Eine Linde und eine Eiche haben bislang überlebt. Ob sie trotz der Schäden, die der Bagger verursacht hat, stehen bleiben können, muss ein Gutachter klären.

„Das ist ein klarer Verstoß gegen die Auflagen in der Baugenehmigung und auch ein Verstoß gegen die Baumschutzsatzung“, sagt Regula-Maria Ohlmeier. Der Bauträger werde dazu verpflichtet, für Ersatz zu sorgen. Was möglicherweise noch schwerer wiegt, ist der gestern verhängte Baustopp. Solange die Untersuchung dauert, müssen alle anderen Arbeiten ruhen. Zudem werden der Firma alle Kosten in Rechnung gestellt.

Gestern war der vom Regierungspräsidium bestellte Sachverständige Detlef Schmidt (Grebenstein) vor Ort. Ein weiterer Fachmann wird mit einer Zugvorrichtung klären, ob die beiden übrig gebliebenen Bäume noch standfest sind oder ebenfalls gefällt werden müssen.

Vor gut einem Jahr war es nur wenige Meter entfernt an der Niederwaldstraße zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Damals wurden drei unter Baumschutz stehende Eichen und Tannen illegal gefällt. Wie hoch die Strafe dafür war, sagen die Behörden mit Verweis auf den Datenschutz nicht. In vergleichbaren Fällen ging es um eine Größenordnung von 600 Euro.

Von Thomas Siemon

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