Baunataler Lotar Nietz erinnert mit Plakette an die Städtepartnerschaft Kassel - Stallupönen

Besonderes Stück: Die Vorderseite der Ton-Plakette zieren die beiden Stadtwappen, die Rückseite Informationen zur Namensentwicklung Stallupönens.

Baunatal / Kassel. Wer mit Lotar Nietz verwandt oder befreundet ist, besitzt eine einzigartige Sammlung. Denn zu besonderen Anlässen - zum Beispiel an Weihnachten - verschenkt der Baunataler selbst gefertigte Plaketten. Auch in diesem Winter hat er ein tönernes Erinnerungsstück geschaffen: diesmal anlässlich der Partnerschaft zwischen Kassel und der russischen Stadt Stallupönen (Nesterow), die im kommenden Jahr seit 100 Jahren besteht.

Wie viele Plaketten Lotar Nietz in den vergangenen Jahren entworfen hat, weiß er wohl selbst nicht mehr genau. Ehejubiläen und runde Geburtstage hat er ebenso in Ton verewigt wie historische Anlässe. So schuf er zur 1100-Jahr-Feier der Stadt Kassel eine Plakette mit dem Relief der Martinskirche. Und doch ist das aktuelle Stück ein ganz besonderes für den 72-Jährigen. Denn er selbst wurde in der Region Stallupönen geboren, musste im Zweiten Weltkrieg jedoch wie so viele andere aus seiner ostpreußischen Heimat fliehen. „1944 kam ich mit meinen Eltern nach Deutschland“, erzählt Nietz.

Seinen Geburtsort im heutigen Russland hat er erst nach der Wende wieder besucht. Ein eindrucksvolles Erlebnis, wie er beschreibt: „Obwohl in dieser Region bittere Armut herrscht, wurden wir bewirtet, als gehörten wir zur Familie.“ Noch heute denkt er mit Freude an diese unerwartete Gastfreundschaft zurück.

Als Motiv für die Jubiläumsplakette wählte der Hobbykünstler die Stadtwappen von Kassel und Stallupönen, das heute Nesterow heißt. Die Rückseite ziert ein historischer Abriss über die Namensentwicklung der russischen Stadt: Denn aus Stallupönen wurde unter der Naziherrschaft Ebenrode, bevor der Ort schließlich in Nesterow umbenannt wurde.

Die Ton-Plakette hat Lotar Nietz in kleiner Auflage angefertigt. Als Erinnerungsstück für Freunde und Familie. Vielleicht werde er - wenn es sich ergibt - auch ein Exemplar an die Stadt Kassel überreichen.

Von Pamela De Filippo

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