„Erst dann geht’s weiter“

Baupause am Messinghof: Eigentümer Glinicke wartet auf Förderbescheide

Viel Arbeit: Albert Gronau vom Förderverein Herkulesschmiede Messinghof zeigt einen restaurierten Schmelzofen. Foto: Naumann

Kassel. Pause machen die Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Messinghof in Bettenhausen. Grund: Der Kasseler Autohändler und Eigentümer Peter Glinicke wartet auf Förderbescheide vom Landesamt für Denkmalpflege mit Sitz in Wiesbaden.

„Solange ich die Bescheide nicht in den Händen halte, wird sich am Messinghof nichts weiter tun“, sagt Glinicke auf Anfrage. Er rechne mit Post aus Wiesbaden noch in diesem Quartal. Der Antrag sei im Herbst 2013 von seinem Architekten gestellt worden. Mit einer Ablehnung rechne er nicht. „Alles ist mit der Behörde abgesprochen worden. Und es hat Zusagen gegeben.“

Laut Glinicke geht es um eine Fördersumme in Höhe von etwa 780.000 Euro, rund 30 Prozent jenes Betrages, den er noch in die Sanierung des sogenannten Gießereiflügels stecken will - rund 2,6 Millionen Euro. Der Gießereiflügel ist das größte noch erhaltene Gebäude des Messinghofes.

Investiert hat er aus eigener Tasche bereits 1,4 Millionen Euro. Damit wurden bis Mitte 2013 das Torhaus wie auch der Hof komplett wiederhergestellt. Doch seither herrscht wieder Stille am Messinghof. „Ich will gern meinen Beitrag für die Allgemeinheit und die Stadt Kassel leisten, aber alles allein will ich auch nicht stemmen“, sagt Glinicke.

Peter Glinicke

Allein aktiv an der Baustelle ist noch der Förderverein Herkulesschmiede. In mühseliger Kleinarbeit wird aktuell einer der drei historischen Schmelzöfen restauriert. „Die uralte Stahlummantelung ist inzwischen wieder in Schuss“, sagt Albert Gronau, Vorsitzender des Fördervereins. Auch eine historische Rauchabzugshaube werde gerade restauriert. „Das alles ist unglaublich kleinteilige Arbeit, die Zeit und auch Geld kostet“, sagt Gronau. Ziel sei es, nach der Sanierung des Gießereiflügels dort ein kleines Museum einzurichten.

Das will auch Peter Glinicke, der die Zusammenarbeit mit dem Förderverein sehr begrüßt. Dennoch will er den Messinghof später nicht nur für museale Zwecke nutzen. So sollen neben dem Museum Seminarräume für Veranstaltungen und Schulungen entstehen. „Geplant sind ebenfalls Büros für Unternehmen, die sich hier niederlassen wollen“, sagt Glinicke. Im Erdgeschoss möchte er später seltene Oldtimer für den Verkauf ausstellen. Auch schwebt ihm eine gewölbte, etwa 200 Quadratmeter große Glashalle im Innenhof vor, in der ebenfalls edle Karossen ausgestellt werden sollen.

Für Glinicke sei die Sanierung des Messinghofes eine Herzensangelegenheit, untermauert Gronau. „Der steckt hier Geld rein, das er nie wieder bekommen wird.“ Glinickes Ideen für die spätere kommerzielle Nutzung des Gießereiflügels wertet Gronau als Kompromiss zwischen privaten Nutzungsinteressen und machbarem Denkmalschutz. „Ohne Glinicke wäre der Messinghof bald Geschichte.“

Von Boris Naumann

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