Noch Blindgänger aus dem Krieg in Erde?

Baustart auf Marbachshöhe: 44 Eigentumswohnungen bis Ende 2015

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Baugrube für die Neubauten: Zwischen der Eugen-Richter-Straße (links) und der Marie-Calm-Straße werden Eigentumswohnungen gebaut. Der erste Bauabschnitt soll im Frühjahr 2015 fertig sein, der Rest Ende 2015.

Kassel. Auf einem der letzten Baugrundstücke der Marbachshöhe haben die Bauarbeiten für 44 barrierefreie Eigentumswohnungen begonnen. Im Frühjahr 2015 sollen hier die ersten Käufer einziehen.

„Unser Ziel ist es, dass wir Ende 2015 auch mit dem zweiten Bauabschnitt fertig werden“, sagt Burkhard Warlich. Er ist Geschäftsführer der Octavia Beteiligungs GmbH, einer Tochter des auf der Marbachshöhe ansässigen SAP-Beratungsunternehmens mit 75 Mitarbeitern. Das Grundstück, das lange als Eselswiese genutzt wurde, war ursprünglich nur für eine Bebauung mit Bürogebäuden vorgesehen.

Mittlerweile hat die Stadt den Bebauungsplan aber geändert. Während der Bedarf an Büroräumen mehr als gedeckt ist, brummt der Wohnungsmarkt in Kassel. Das Interesse sei enorm, man habe bereits 70 Prozent der Wohnungen verkauft, sagt Warlich. Die Preise liegen zwischen 2200 Euro pro Quadratmeter im Erdgeschoss bis zu gut 3000 Euro bei den Penthouse-Wohnungen im 5. Stock.

Die Marbachshöhe im Regiowiki

Für jede Wohnung muss ein Stellplatz nachgewiesen werden. Deshalb wird eine Tiefgarage gebaut, die über die Hildegard-von-Bingen-Straße erreichbar ist. Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Sommer 2013 beginnen. Bis alle Genehmigungen vorlagen, dauerte es dann ein halbes Jahr länger.

Unter anderem gibt es Sicherheitsauflagen, mit denen die Initiatoren des Projekts nicht gerechnet hatten. Die Baggerarbeiten auf dem ehemaligen Kasernengelände müssen vom Kampfmittelräumdienst betreut werden. Das gesamte Gelände ist zwar schon vor Jahren gründlich auf Altlasten untersucht worden. Es kann aber niemand ausschließen, dass tiefer in der Erde noch Blindgänger aus dem Krieg liegen. Bisher kamen lediglich einige alte Fernwärmeleitungen und dicke Stromkabel aus Bundeswehrzeiten ans Tageslicht. Etwa die Hälfte des 3800 Quadratmeter großen Grundstücks soll zu Grünflächen mit einem Kräutergarten umgestaltet werden. Die am Rand des Geländes stehenden Beuys-Bäume bleiben erhalten.

Von Thomas Siemon

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