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Baustelle Drei Brücken: Wo in Kassel sogar die Retter im Stau stehen

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Von: Andreas Hermann

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Eng und einspurig: Die Verkehrsregelung an der Großbaustelle an den Drei Brücken auf der Wolfhager Straße. Wenn sich dort der Autoverkehr staut, kommen Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge nicht daran vorbei.
Eng und einspurig: Die Verkehrsregelung an der Großbaustelle an den Drei Brücken auf der Wolfhager Straße. Wenn sich dort der Autoverkehr staut, kommen Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge nicht daran vorbei. © pia malmus

Enge Baustellen sind eine besondere Herausforderung für Einsatzkräfte, aktuell zum Beispiel an den Drei Brücken.

Kassel – Trotz blinkender Blaulichter und tönender Martinshörner: Für die Fahrzeuge der Feuerwehr war bei einem Einsatz am Montagnachmittag an der Großbaustelle Drei Brücken zunächst einmal Warten angesagt. Aus Richtung Rothenditmold gekommen, mussten sie sich dort gegen 16 Uhr auf ihrem Weg zum Einsatzort in Richtung Harleshausen in den Feierabendverkehr einreihen.

Wie eine HNA-Leserin berichtete, konnten die Retter erst nach rund fünf Minuten die Engstelle an der Wolfhager Straße durchfahren. An den Autos, die vor der Baustellenampel standen, kamen die Einsatzfahrzeuge angesichts der im Wechsel eingerichteten, einspurigen Verkehrsführung nicht vorbei.

Die Groß- und Dauerbaustelle an den Drei Brücken stellt aktuell für die Feuerwehren und Rettungsdienste eine ganz besondere Herausforderung in Kassel dar. Die Baustelle auf der Wolfhager Straße ist aber auch in diesen Tagen nicht die einzige im Stadtgebiet, die von den Rettern auf ihrem Weg zum Einsatzort bedacht werden muss. Schließlich kann es im Notfall auf jede Sekunde ankommen. Und Verspätungen etwa durch minutenlanges Warten vor einer Baustellenampel können für die Betroffenen fatale Folgen haben.

Um Situationen wie die am Montag zu vermeiden, arbeitet die Stadt Kassel nach eigenen Angaben eng mit der Feuerwehr zusammen. Diese erhalte regelmäßig die straßenverkehrsrechtlichen Anordnungen, die an Baufirmen für die Baustellen im Straßenraum erteilt würden. „Aus ihnen gehen der Umfang der Sperrungen und die angeordneten Verkehrsregelungen hervor“, berichtete ein Stadtsprecher auf Anfrage. Bei Bedarf fänden Abstimmungen zwischen der Straßenverkehrsbehörde und der Feuerwehr statt. Durch die Feuerwehr würden dann die Einsatzkräfte der Wehren und des Rettungsdienstes über die bestehenden Straßensperrungen informiert und gegebenenfalls alternative Anfahrtsstrecken empfohlen.

Zur Frage, wie sich Autofahrer in solchen Situationen verhalten sollten, erklärte der Stadtsprecher, dass das blaue Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn nach Paragraf 38 der Straßenverkehrsordnung Folgendes anordne: „Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.“ Das bedeute: In den Engstellenbereich (hier: die Baustelle) darf nicht mehr eingefahren werden. Bereits in dem Engstellenbereich befindliche Fahrzeuge haben – wenn möglich – Platz zu machen oder zügig auszufahren.

Diese Anordnung, die wohl jedem Autofahrer bekannt sein dürfte, war aber im konkreten Fall am Montagnachmittag nicht umsetzbar. Denn wie die HNA-Leserin berichtete, sei es vielen der in der Ampelschlange stehenden Verkehrsteilnehmer wegen der Enge in der Baustelle unmöglich gewesen, mit ihrem Fahrzeug zur Seite zu fahren, um der Feuerwehr Platz zu machen. So mussten auch die Retter erst warten, bis sie freie Fahrt hatten.

(Andreas Hermann

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