Unter Regie von Binasa Bidzan-Cornelius

Hafenbrücke: Sie ist die Frau hinter dem Großprojekt

Kassel. Das Gelände des Sportanglervereins Chassalla und das Fulda-Ufer waren drei Jahre lang ihr Arbeitsplatz. Mit Helm und Gummistiefeln hat Binasa Bidzan-Cornelius den Bau der Hafenbrücke bei Wind und Wetter überwacht.

Der Neubau bei laufendem Verkehr war eine Herausforderung. Doch die 44-jährige Bauingenieurin und ihr Team haben alle Klippen umschifft. Auch das lange Warten auf den Schwertransporter mit den Stahlträgern, der wochenlang in Göttingen festsaß.

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Dafür gab es am Freitag bei der Einweihung des 15 Mio. Euro teuren Bauwerks viel Lob und einen Blumenstrauß. „Unter Verkehr zu bauen, ist immer verdammt schwer“, sagte Hessens Verkehrsminister Dieter Posch. Oberbürgermeister Bertram Hilgen sprach von einer „Riesenleistung“. Die für Brückenbau zuständige Sachgebietsleiterin im Amt für Straßenverkehr und Tiefbau habe das größte städtische Bauprojekt kompetent und mit viel Herzblut gemanagt.

Binasa Bidzan-Cornelius, die nach elf Jahren beim Kasseler Bauunternehmen Gerdum und Breuer 2002 in die Kasseler Stadtverwaltung gewechselt war, hat den Bau der Hafenbrücke von Anfang an begleitet. „Ich bin vom ersten Pinselstrich bis zur Abnahme dabei gewesen“, sagte sie. „Es war toll. Aber ich bin froh, dass es langsam zu Ende geht.“ Schließlich müsse sie sich um 180 Brücken im Kasseler Stadtgebiet kümmern. Die 110 Meter lange und 32 Meter breite Hafenbrücke ist das bislang größte Bauwerk, das sie bis zum Schluss betreut hat. Einer der spannendsten Momente sei das Einheben der Stahlträger gewesen, sagt die verheiratete Mutter von zwei neun und 13 Jahre alten Söhnen. Die Anspannung sei groß gewesen. „Das nimmt man mit nach Hause.“ Die Zweifel waren unbegründet. „Die Brücke rutschte wie auf Butter rüber.“

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Die Bauingenieurin, deren Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, liebt den Brückenbau. „Brücken sind das Schönste, was es gibt“, sagt die Absolventin der Kasseler Universität. „Eine Brücke verbindet Menschen und Straßen.“ Zudem sei der Brückenbau die Königsdisziplin des Bauens. Sie habe schon als Kind gern gebaut, sagt die zierliche Frau, die aber keine Probleme hat, sich auf der Baustelle durchzusetzen.

„Ich bin sehr gern draußen“, sagt sie. „Ich mag auch Baustellenlärm und Dreck. Das ist mein Parfüm.“ Bei der Bauunternehmung Gerdum und Breuer habe sie gute Lehrmeister im Brückenbau gehabt. „Das war eine spitzenmäßige Zusammenarbeit“, sagt Binasa Bidzan-Cornelius über die zurückliegenden drei Jahre auf der Baustelle, die unfallfrei verliefen. „Es hat sich noch nicht einmal einer den Finger gebrochen.“

Von Ellen Schwaab

Rubriklistenbild: © Herzog

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