Ein Teil des Königsplatzes wird nächste Woche für geplanten Overmeyer-Neubau provisorisch asphaltiert

Baustelle für Overmeyer-Neubau sorgt für Verärgerung

In Sorge: Apothekerin Julia Waschk und Internist Dr. Wolfgang Ehrhardt befürchten starke Beeinträchtigungen durch die künftige Baustelle auf dem Königsplatz. Foto: Fischer

Kassel. Die Pläne für das ehemalige Overmeyer-Haus am Königsplatz sorgen für Unruhe: Das Geschäftshaus wird nach der documenta abgerissen und durch einen Neubau für das Handelsunternehmen Sportscheck ersetzt.

Damit der Königsplatz nicht durch Lastfahrzeuge beschädigt wird, die bald ersten Abbruchschutt aus dem Gebäude wegschaffen, rücken nun Hals über Kopf die Bauarbeiter an. Ab Montag werden die Sandsteinplatten vor den betroffenen Gebäuden am Königsplatz entfernt und – anders als geplant – durch einen provisorischen Asphaltbelag ersetzt.

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Grund für den kurzfristigen Einsatz, der vor Beginn der documenta am 9. Juni beendet sein muss, ist der enge Zeitplan des Bauherrn, eines Ablegers der Braunschweiger Kanada Bau. Die von den Arbeiten betroffenen Nachbarn, die bei der Vorstellung der Neubaupläne im Ortsbeirat eine frühzeitige Information gefordert hatten, waren bis Freitagnachmittag nicht in Kenntnis gesetzt und fühlten sich übergangen. „Offiziell wissen wir gar nichts“, sagt Apothekerin Julia Waschk über die Arbeiten auf dem Königsplatz.

Fotos: Das Overmeyer-Gebäude am Königsplatz

Das Overmeyer-Gebäude am Königsplatz in Kassel

Mehr zum Overmeyer-Haus finden Sie im Regiowiki.

Die Entkernung des Overmeyer-Gebäudes wird laut Martin Schmittdiel (Architekturbüro ANP) Mitte Juli beginnen – acht Wochen vor dem Ende der Weltkunstschau. Der Fahrzeugverkehr sei auf die Zeit von 7 bis 9 Uhr begrenzt, bevor der Geschäftsbetrieb beginne. „Wir werden auf keinen Fall für Unruhe und Baustellenverkehr auf dem Königsplatz sorgen“, sagt der Architekt. Die mit der Abbruchgenehmigung erteilte Auflage der Stadt für den Königsplatz habe alles „heftig durcheinander gewirbelt“. Später fand sich gestern dann doch noch Zeit, mit einem Teil der Mieter des Nachbarhauses zu sprechen. Damit das Verhältnis zu ihnen nicht belastet wird, soll es künftig einen festen Ansprechpartner geben. „Das ist eine sehr komplizierte Baustelle“, sagt Schmittdiel. Die Zufahrt ist wegen der baulichen Verhältnisse nur über den Königsplatz möglich.

Internist Dr. Wolfgang Ehrhardt vom Nachbarhaus sieht der Bauzeit mit Sorge entgegen. „Das ist ein ganz schlechter Start“, sagt er. „Wir sind nicht gewillt, das so hinzunehmen.“ 30 Prozent seiner Patienten seien älter als 75 Jahre. Ohne rechtzeitige Information würden sie durch eine Baustelle abgeschreckt.

Von Ellen Schwaab

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