Unverhoffter Baustellenfund

Baustellenfund: Historisches Bauwerk unter Frankfurter Straße entdeckt

Überraschung am Bau: In der Baugrube für den neuen Abwasserkanal stießen die Arbeiten auf einen unbekannten Kanal aus Ende des 19. Jahrhundert (schwarzes Loch oben im Bild). Fotos: Fischer

Kassel. Das war eine ebenso unerhoffte wie unerwünschte Überraschung: Auf der Baustelle an der Trompete (Frankfurter Straße/ Ecke Fünffensterstraße) sind die Arbeiter auf einen über 100 Jahre alten Abwasserkanal gestoßen, der in keiner Karte verzeichnet war.

Wegen des unbekannten Bauwerks ist die Kanalbaustelle des städtischen Eigenbetriebs Kasselwasser derzeit vier Wochen bis sechs Wochen in Verzug. Der nicht mehr an das Abwassernetz angeschlossene Kanal ist vermutlich um das Jahr 1890 gebaut worden. Das gemauerte Bauwerk ist 1,20 Meter hoch, einen knappen Meter breit und verläuft unter der heutigen Frankfurter Straße. Das Problem ist, dass Kasselwasser an gleicher Stelle einen neuen, 270 Meter langen Abwasserkanal bauen will.

Hohlräume schließen

Nun aber muss zunächst der alte Kanal exakt vermessen und verfüllt werden. Bei einer Überschneidung der Kanäle könnten nach der Fertigstellung des neuen Kanals Hohlräume bestehen bleiben, die zum Absinken der Fahrbahn führen könnten.

Um dies zu vermeiden, wird nun die Frankfurter Straße im Bereich vor dem Cinestar-Kino an verschiedenen Stellen aufgegraben, um den genauen Verlauf des vergessenen Kanals zu bestimmen. Mit Kameras sind die zugänglichen Bereiche des Bauwerks bereits erkundet worden. Teilweise konnte er auch schon verfüllt werden.

Die Mehrkosten für diese Arbeiten sind nach Auskunft von Kasselwasser gering. Die Kosten des Gesamtprojekts sind mit 1,2 Mio. Euro beziffert worden.

Warum der Kanal in keinen Karten verzeichnet ist, kann der städtische Eigenbetrieb nicht beantworten. Vermutlich seien die Aufzeichnungen im Laufe der Jahrzehnte verschwunden.

Neuer Zeitplan

Nun muss der Zeitplan für die Baustelle, die im Juni abgeschlossen sein sollte, überarbeitet werden. Eigentlich sollte bereits jetzt eine Maschine im Einsatz sein, die den neuen Kanal vom Cinestar-Kino in Richtung Hölkesches Haus durch den Untergrund treibt. Dies muss jetzt warten.

Von Bastian Ludwig

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