Probleme bei 1,2 Millionen Euro Projekt werfen Fragen auf

Baustopp des Besucherpavillons Siebenbergen: Land Hessen sucht einen Schuldigen

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Still ruht der See: Seit Herbst 2018 liegt die Baustelle des Besucherpavillons vor der Blumeninsel Siebenbergen brach. Grund dafür sind statische Probleme bei der Stahl-Glas-Fassadenkonstruktion.

Die Vorfreude auf den Besucherpavillon inklusive Café für die Blumeninsel Siebenbergen war bei vielen groß. Wegen statischer Probleme wurde ein Baustopp verhängt.

Seit Herbst 2018 tut sich vor Ort nichts mehr. Die einjährige Verzögerung des 1,2 Millionen Euro teuren Bauprojektes wirft Fragen nach der Verantwortung auf. Die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), auf deren Areal der Pavillon bereits im Rohbauzustand steht, verweist dabei an das Land. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) koordiniere das Bauprojekt.

Auf die Frage, ob Statiker bei der Planung involviert waren, antwortet LBIH-Sprecher Alexander Hoffmann: „Für den Hochbau war von Beginn an ein Statiker in die Baumaßnahme einbezogen.“ Im Zuge der Planungen für die Stahl-Glas-Fassade sei zudem ein spezialisiertes Statik-Büro engagiert worden.

Offenbar wurde dennoch etwas übersehen. Denn erst als es im Frühjahr 2019 mit der beauftragten Fassadenfirma in die Details der Konstruktion ging, seien die Probleme aufgetaucht, so der LBIH-Sprecher.

Der Entwurf für den Pavillon stammt vom Kasseler Büro Haake Architektur. Dieses hatte sich bei einem Architektenwettbewerb durchgesetzt. Einstimmig hatte sich die Jury für den feingliedrigen Entwurf mit den 50er-Jahre-Anleihen ausgesprochen.

So wird er aussehen: Der Pavillon bietet einen schönen Blick auf Siebenbergen.

Die Chefin von Haake Architektur, Kirsten Haake, würde sich auf HNA-Anfrage gerne zu den Hintergründen äußern – wegen einer Vereinbarung mit dem Bauherrn darf sie es aber nicht. Während Experten die statischen Probleme nun lösen, prüft das Land parallel, ob es einen Verantwortlichen gibt, der auch haftbar gemacht werden kann.

Die hohen Kosten von 1,2 Millionen Euro für den vergleichsweise kleinen Bau resultieren nach Auskunft des LBIH aus den umfangreichen Tiefbauarbeiten im Vorfeld. So mussten die Wasser- und Abwasserleitungen erneuert werden. Auch der Neubau der Besuchertoiletten sei Teil des Projektes.

Zudem sorgten die sehr gute konjunkturelle Lage und die damit verbundene hohe Auslastung spezialisierter Fachbetriebe für längere Bauzeiten und höhere Baukosten, erläutert LBIH-Sprecher Hoffmann.

Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Pavillon samt Café nun im April 2020 eröffnen. Das Café wird an die Betreiber verpachtet, die auch die Gastronomie „Falada“ in der Grimmwelt führen.

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