Viele Besucher begaben sich beim „Tag der Architektur“ auf Exkursion durch Kassel

Tag der Architektur: Bauwerke waren die Stars

+
Datscha mal ganz anders: Susanne Stein und Guido Höfert vor ihrer Gartenlaube auf dem Kleingartengelände Hofbleiche.

Kassel. Wohnen in der Stadt kann ein aufregendes Abenteuer sein. Ob im sanierten und umgebauten Altbau oder im völlig frei und mit Kreativität entworfenen Neubau.

Viele Menschen haben sich deshalb am Wochenende wieder auf Entdeckertour in der Welt die Architekten gemacht. Zum inzwischen traditionellen „Tag der Architektur“, der stets am letzten Wochenende im Juni stattfindet, haben in Hessen 140 Bauherren, elf davon in Kassel, ihre Häuser und Wohnungen für Besichtigungen geöffnet.

So wie Dr. Reinhard Möller, der an der Lasallestraße 17 eine Dachgeschosswohnung besitzt. Vor drei Jahren hatte er sich auf dem Dach des Mehrfamilienhauses von dem Kasseler Architekten Christoph Harney ein kleines Glashaus bauen lassen, um von hier aus den geliebten Dachgarten mit Herkulesblick besser nutzen zu können. Hin und wieder, so verrät Möller, übernachte er hier sogar. Größte Herausforderung für Harney war es, den Wunsch Möllers nach Leichtigkeit und Helligkeit des kleinen Bauwerks mit der Gewährleistung statischer Sicherheit unter einen Hut zu bringen.

Viele, an Details brennend interessierte Besucher löcherten den Hausherrn und den Architekten: Was ist das für eine Verglasung? Was passiert mit dem Spritzwasser? Ist das Holz Kiefer oder Tanne?

Einen großen Andrang von weit über hundert Besuchern mussten auch die Architekten und Bauherren Gerhard Greiner und Lukas Droste bewältigen. Sie präsentierten ihren Dachgeschossumbau des Gründerzeithauses an der Wilhelmshöher Allee 186. Lange Verhandlungen mit den Denkmalschutzbehörden seien vonnöten gewesen, bis die neue Dachhaut aus transparenten Elementen genehmigt worden war, erzählt Gerhard Greiner.

Das Ergebnis, eine lichtdurchflutete, atemberaubend moderne Wohnung mit raffinierten Lichtquellen und großer Dachterrasse ließ die Besucher staunen. Sechs Etagen die Treppe hochgestiegen zu sein, hatte sich gelohnt.

Tag der Architektur in Kassel

Im wahrsten Sinne auf dem Boden angekommen war man hingegen bei der bestechend schönen Ausführung eines Gartenhäuschens in der Kleingartenanlage Hofbleiche an der Karlsaue. Architekt und Bauherr Guido Höfert hat für seinen 200 Quadratmeter großen Garten einen völlig neuen, verblüffend schönen Typus von Gartenblaube entwickelt und gebaut: einen schlichten Würfel aus hellem Lärchenholz mit Panoramafenstern, die den Blick frei geben auf das bunte Gartenstillleben an Blumen und Gemüse.

Von Christina Hein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.