Wehlheiden

Brand in Zweifamilienhaus in Kassel: Mann sieht Flackern und reagiert sofort

Flammen schlugen aus dem Wohnzimmer eines Wohnhauses in Kassel: Hier ist offenbar im Bereich eines Adventskranzes das Feuer ausgebrochen.
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Flammen schlugen aus dem Wohnzimmer eines Wohnhauses in Kassel: Hier ist offenbar im Bereich eines Adventskranzes das Feuer ausgebrochen.

In Kassel kommt es in einem Zweifamilienhaus zu einem Brand. Ein Justizvollzugsbeamter sieht das Feuer und klingelt Sturm.

Kassel - Dem beherzten Eingreifen eines 58-jährigen Justizvollzugsbeamten ist es zu verdanken, dass die drei Bewohner eines Zweifamilienhauses in der Georg-Thöne-Straße (Wehlheiden) in Kassel am Dienstagmorgen (28.12.2021) ein Feuer unverletzt überstanden haben.

Der Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I war gegen 6.35 Uhr in seinem Auto Richtung Gefängnis unterwegs, als er ein Flackern an dem Haus sah. „Ich dachte erst, dass das der Kamin ist, sagt der 58-Jährige. Dann setzte er aber mit seinem Auto zurück, stellte es ab und sah das Feuer. Der 58-Jährige aus Fritzlar wählte sofort den Notruf. Da das Haus komplett dunkel gewesen sei, habe er sofort auf die Klingel gedrückt. „Ich habe geklingelt, geklingelt, geklingelt.“

Damit habe er die Bewohner aus dem Tiefschlaf gerissen. Ein jüngeres Paar, das oben in der Wohnung wohnt, habe schließlich geöffnet und ihn gefragt, was denn los sei. „Hier brennt es, hier brennt es, habe ich zu dem Paar gesagt.“ Auch ein älterer Mann, in dessen Erdgeschosswohnung das Feuer ausgebrochen war, habe noch seinen Schlafanzug getragen.

Unbewohnbar: In der Erdgeschosswohnung des Zweifamilienhauses in der Georg-Thöne-Straße in Wehlheiden ist am Dienstagmorgen ein Feuer ausgebrochen.

Feuer in Kassel: JVA-Beamter rettet Bewohner und will Brand löschen

Die Bewohner hätten dann das Haus verlassen, so der 58-Jährige. Dann sei ein Bus der KVG vorbeigekommen. Der habe gehalten und er habe den Feuerlöscher aus dem Fahrzeug bekommen, so der Beamte. Damit habe er eigentlich das Sofa, das im Wohnzimmer des älteren Mannes brannte, löschen wollen. Aber das sei nicht mehr möglich gewesen.

Als kurze Zeit später der Löschzug der Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Niederzwehren sowie zwei Rettungswagen zur Einsatzstelle kamen, habe das Wohnzimmer der Erdgeschosswohnung bereits in Vollbrand gestanden, teilt Einsatzleiter Tim Werner mit. „Flammen schlugen aus einem großen Fenster und breiteten sich über die Hausfassade Richtung Obergeschoss aus.“

Durch einen Trupp unter Atemschutz sei der Brand durch die Feuerwehr zunächst von außen unter Kontrolle gebracht worden. Da die Wohnung im ersten Obergeschoss bereits verraucht war, wurde parallel mit einem Belüftungsgerät das Gebäude belüftet und durch einen weiteren Trupp unter Atemschutz das Gebäude kontrolliert. Anschließend sei der Brand von innen komplett gelöscht worden, so der Einsatzleiter.

Brand in Kassel: Kripo hat Ermittlungen aufgenommen

Feuerwehr und Polizei sind sich sicher, dass durch das schnelle Handeln des 58-Jährigen die Hausbewohner nicht verletzt worden sind. „Ich habe denen das Leben gerettet“, sagt der Beamte.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Schaake ist das Feuer im Wohnzimmer der Erdgeschosswohnung im Bereich eines Adventskranzes ausgebrochen. Die Wohnung sei nach dem Brand unbewohnbar. Der Schaden an dem Haus belaufe sich nach ersten vorsichtigen Schätzungen auf rund 200.000 Euro.

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Die Brandstelle wurde zur Klärung der Brandursache beschlagnahmt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand würden aber keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung vorliegen. Eine fahrlässige Verursachung des Brandes könne hingegen gegenwärtig nicht ausgeschlossen werden. Die weiteren Ermittlungen würden von der Kripo geführt. (Ulrike Pflüger-Scherb)

In Kassel ereignet sich ein Brand in einem Mehrfamilienhaus. Bei den Löscharbeiten wird ein Feuerwehrmann verletzt. Nun wird ein Bewohner festgenommen.

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