Gedenkfeier zu den Novemberpogromen 1938: „Es bedurfte nur eines Funkens“

Erinnerten an das Geschehen 1938: (von links) Eveline Valtink, Jürgen Kaiser, Lotte Ohlendorf, unter deren Leitung auch vom Fahrenbacher Chörchen Musik aus Ghettos und Lagern vorgetragen wurde, und Sabine Wackernagel. Foto: Koch

Kassel. Mit Trauer, Wut und Scham beschrieb Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) die Gefühle, wenn wir uns heute an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, die in Kassel ihren Anfang nahmen.

„Es ist wichtig, dass wir uns für die Zukunft daran erinnern. Wir müssen wachsam sein gegenüber Intoleranz, Antisemitismus und blindem Hass“, sagte er bei der Gedenkfeier gestern Abend im Rathaus, zu der die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) in Kooperation mit der Stadt eingeladen hatte.

Auch überlieferte Briefe und Lebenserinnerungen von Zeitzeugen, die Schauspielerin Sabine Wackernagel vortrug, halten diese schrecklichen Bilder wach: „Wir sahen unsere Synagoge in Flammen aufgehen“, schilderte Irma Meyer später.

Und Ilse Lichtenstein, die den Holocaust, anders als ihre Familie, überlebte, schrieb: „Die Polizei stand daneben und achtete nur darauf, dass die Nachbarhäuser nicht brannten.“

Es war der spontane Volkszorn, der sich entlud, sagte Eveline Valtink von der CJZ. „Es bedurfte nur eines Funkens.“ Sie mahnte ebenfalls zur Wachsamkeit – auch angesichts wieder lauter werdender antijüdischer Hetze bei Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg. (hei)

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