Verkehrsunternehmen kritisiert Pläne für Veränderung

KVG befürchtet höhere Stromkosten

Thorsten Ebert

Kassel. Die KVG schlägt Alarm. Grund ist die Ankündigung der Bundesregierung, die Ausnahmeregelung bei der Umlage aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) auf den Prüfstand zu stellen.

„Wenn die Sonderregelungen abgeschafft werden, bedeutet das Mehrkosten von 750.000 Euro für uns pro Jahr“, sagt KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert.

Schienenverkehrsunternehmen wie die KVG müssen für ihren verbrauchten Strom grundsätzlich die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien zahlen. Für Unternehmen mit einem Gesamt-Stromverbrauch von jährlich mehr als zehn Millionen Kilowattstunden gibt es eine Sonderregelung: Für die Energie, die Trams im Liniennetz antreibt (Fahrstrom), gilt ein reduzierter EEG-Satz. Der übrige Strom, der etwa in den Werkstätten oder für Rangierfahrten in den Betriebshöfen benötigt wird, muss voll bezahlt werden.

Die Bundesregierung hat angekündigt, alle Ausnahmen zu überprüfen. Sollte die Sonderregelung fallen, müssten Bahnunternehmen den vollen EEG-Satz zahlen. Die Unternehmen seien bereits heute durch den Anstieg des regulären EEG-Satzes zwischen 2011 und 2012 stärker belastet, sagt Ebert. Regelrechte Kostensprünge stünden ab 2013 bevor. Klimapolitisch wäre es nach Einschätzung von Ebert völlig falsch, die Ausnahmeregelung für die ÖPNV-Unternehmen zu kippen. Ohne einen starken öffentlichen Nahverkehr seien die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreichbar.

Die 79 Bahnen der KVG verbrauchten im Streckennetz der Stadt Kassel im Jahr 2011 zwölf Millionen Kilowattstunden. Im aktuellen Jahr werde dieser Wert durch die Trassenverlängerung nach Vellmar steigen. Schon heute zahle die KVG für die EEG-Umlage gut 200.000 Euro pro Jahr. Ohne die Sonderregelung steige der Satz auf 950.000 Euro.

„Anstatt den Schienenverkehr zu belasten, wäre der umgekehrte Weg der umweltpolitisch einzig richtige“, sagt Ebert. ÖPNV-Unternehmen müssten komplett von der Umlage befreit werden. (tos)

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