Krankenhäuser stellen Konzept vor

Behandlungsqualität in Kassels Krankenhäusern: Sicherheit ganz oben

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Sicherheit im OP: Bevor die OP-Bestecke angerührt werden dürfen, werden in der Regel Checklisten mehrfach abgearbeitet, um etwa Verwechslungen vorzubeugen.

Kassel. Alle Kasseler Kliniken arbeiten mit hohen Sicherheitsstandards – das sagten Vertreter der Krankenhäuser jetzt bei einem runden Tisch im Marienkrankenhaus Kassel. Als Reaktion auf den AOK-Krankenhausreport 2014 stellten sie ihre Konzepte zur Sicherstellung der Behandlungsqualität vor.

Marienkrankenhaus

Ein Beispiel zum Umgang mit multiresistenten Erregern (MRE) stellte Dr. Andreas Bastian, Chefarzt der Abteilung Pneumologie am Marienkrankenhaus Kassel, vor. Jeder Patient müsse zunächst einen Fragebogen ausfüllen, mit dem das MRE-Risiko festgestellt werde. „Gibt es Risikofaktoren, wird der Patient mit einem Schnelltest untersucht und gegebenenfalls saniert“, sagte Bastian.

 

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Falls möglich, werde eine Behandlung verschoben. Durch das Konzept soll eine Ausbreitung von MRE in der Klinik und somit das Infektionsrisiko für die anderen Patienten verhindert werden.

Klinikum Kassel

Die Initiative Qualitätsmedizin am Klinikum Kassel hat unter anderem die Arzneimitteltherapiesicherheit im Blick. Die Krankenhaus-Apotheker gehen laut Michael Höckel, Leiter des Zentralbereichs, regelmäßig mit auf Station und unterstützen dort Ärzte und Pflegekräfte bei der Auswahl und Gabe von Medikamenten. Höckel: „Mit dem Apotheker auf Station sollen die Qualität und Sicherheit der Arzneimitteltherapie erhöht sowie Neben- und Wechselwirkungen bei der Kombination von Medikamenten reduziert werden.“

Vitos Orthopädische Klinik

Die Vitos Orthopädische Klinik Kassel legte ihr Konzept zum Umgang mit Komplikationen beim Ersatz von Hüft- und Kniegelenken dar. Laut Oberarzt Dr. Burkhard Mai werden alle neu eingesetzten Hüft- und Kniegelenkprothesen und Komplikationen seit 15 Jahren in einem hauseigenen Register erfasst und die Ergebnisse an das Bundesamt für Qualitätssicherung gemeldet. Außerdem führe eine hohe Spezialisierung mit einer hohen Zahl standardisierter Operationen wie dem Gelenkersatz zu geringeren Komplikationsraten

Elisabeth-Krankenhaus

Das Elisabeth-Krankenhaus betreibt laut Geschäftsführer Boris Weber ein systematisches Qualitäts- und Risikomanagement.

Dazu gehören Checklisten für den OP. Um Verwechslungen vorzubeugen, werden generell alle Patienten mit Armbändern (Name, Geburtsdatum, Aufnahmenummer) gekennzeichnet. Vor einer Operation erhalten laut dem Ärztlichen Direktor Dr. Uwe Behrmann alle paarigen Organe eine Seitenmarkierung, um zu garantieren, dass an der richtigen Stelle operiert werde. Behrmann: „Fehlt eine Seitenmarkierung, wird der Patient nicht operiert.“

Rot-Kreuz-Krankenhaus

Im Rot-Kreuz-Krankenhaus wurde bereits 2007 das Fehlermeldesystem CIRS als Teil des Fehler- und Risikomanagements eingeführt. Dort können Medikationsfehler, Kommunikationsprobleme oder Organisationslücken eingegeben werden. „Das System lebt davon, dass die Meldungen der Mitarbeiter freiwillig, anonym und sanktionsfrei erfolgen können“, sagt Geschäftsführerin Elisabeth Deterding.

Diakonie-Kliniken

Auch die Agaplesion Diakonie-Klinken haben CIRS konzernweit etabliert. Außerdem finden laut Geschäftsführer Jens Wehmeyer zur internen Fehler-Ursachen-Analyse regelmäßige Fallbesprechungen sowie Krankheits- und Todesfallkonferenzen statt, in denen Krankheitsverläufe auch auf ihr Fehlerpotenzial hin bewertet würden.

Von Mirko Konrad

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