Seit August gilt in Hessen der Rechtsanspruch auf Inklusion

142 behinderte Kinder lernen in Regelschulen

Kassel. Die Eltern von 142 behinderten Kindern in der Stadt und im Landkreis Kassel nehmen seit diesem Schuljahr ihr Recht auf sogenannte inklusive Beschulung in Anspruch. Die Zahl der Anträge von behinderten Kindern, die jetzt eine Regelschule besuchen, hat sich damit im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren verdreifacht.

Seit August haben hessische Schüler, unabhängig von Beeinträchtigungen und Behinderungen, das Recht auf gemeinsamen Unterricht. Dieser Rechtsanspruch war eine Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention und wird als Inklusion bezeichnet.

Bereits in der Vergangenheit konnten Eltern eine als „Integration“ bezeichnete Beschulung beantragen. Es waren laut Thomas Burger, dem zuständigen Dezernenten im Staatlichen Schulamt, durchschnittlich 55 Kinder pro Schuljahr.

Im Schulamtsbezirk Kassel Stadt und Landkreis haben 2055 behinderte Kinder das Recht auf Inklusion. 44.000 Schüler gehen auf allgemeinbildende Schulen (ohne Berufsschulen). Die größte Gruppe unter den Kindern mit Handicap nehmen 780 Lernhilfeschüler ein, also Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf. Die Zahl der praktisch Bildbaren liegt bei 408, die der Körperbehinderten bei 220.

Burger findet die Idee der Inklusion „weg vom Separierungsgedanken“ richtig. Die Umsetzung müsse sich einspielen. Es werde auch in Zukunft Kinder geben, die auf besondere Therapien und eine bestimmte Schulausstattung und Personal angewiesen sind. Förderschulen werde es deshalb weiter geben.

„In diesem Schuljahr haben wir 1500 Förderschullehrerstellen, so viele wie noch nie, in den Regelschulen für inklusiven Unterricht bereitgestellt“, sagt Kultusministerin Nicola Beer (FDP). In jedem einzelnen Fall müsse sorgfältig geprüft werden, welche Förderung die passende für das jeweilige Kind ist.

Von Christina Hein

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