Land will Räume trotz leer stehender eigener Immobilien von privater Hand anmieten

Hat als Dienststelle ausgedient: Das Hessische Immobilienmanagement muss das Gebäude an der Knorrstraße zum Jahresende räumen. Der Mietvertrag läuft aus. Nun werden neue Räume gesucht.

Kassel. „Moderne Büroflächen in verkehrsgünstiger, zentraler Lage“ sollen es sein mit 25 Stellplätzen für Dienstfahrzeuge. Das Hessische Immobilienmanagement (HI) in Wiesbaden sucht per Zeitungsanzeige in der HNA Büroräume in Kassel.

Land: Nicht geeignet

Doch diese Gebäude kommen für das Land nicht infrage. „Das Polizeipräsidium stand nicht zur Debatte“, sagt Pressesprecherin Christiane Bockler-Wentlandt von der HI-Zentrale in Wiesbaden. In das ehemalige Finanzamt an der Goethestraße sollen Abteilungen des Regierungspräsidiums einziehen. Weitere große Leerstände habe man nicht. Auch sonst gebe es keine Flächen in Kassel, die den Anforderungen gerecht würden. „Wir prüfen sehr genau, was vor Ort machbar ist“, sagt Bockler-Wentlandt.

Die neuen Räume werden nach ihren Angaben für die bislang an der Knorrstaße 34 in Niederzwehren angesiedelte Kasseler HI-Niederlassung gebraucht. Gesucht werden 2000 Quadratmeter, die ab September zur Verfügung stehen sollen. Das Gebäude an der Knorrstraße war im Zuge der unter dem Namen Leo bekannt gewordenen Immobilienverkäufe des Landes 2006 vom Finanzministerium veräußert und für fünf Jahre zurückgemietet worden.

Damals hat das Land 36 Immobilien, darunter das Kasseler Amtsgericht, für 768 Millionen Euro verkauft. Abgestoßen wurden in Kassel unter anderem auch das frühere Finanzamtsgebäude an der Spohrstraße, das von der Bezügestelle und dem Prüfungsamt des Hessischen Rechnungshofs genutzte Kasernengebäude an der Bodelschwinghstraße (Beckett-Flügel) sowie das Gebäude an der Breitscheidstraße 72, in dem Veterinär- und Finanzamt untergebracht waren.

Der Mietvertrag für das Gebäude an der Knorrstraße läuft laut Bockler-Wentlandt Ende des Jahres aus. Ihn zu verlängern, komme wegen des gestiegenen Flächenbedarfs nicht infrage, heißt es aus Wiesbaden.

Die HI-Niederlassung in Kassel ist für das Gebäudemanagement der landeseigenen und vom Land genutzten Dienstgebäude in Stadt und Kreis Kassel sowie in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner zuständig. 200 Beschäftigte, darunter 40 Haushandwerker und 120 landeseigene Reinigungskräfte, sind hier im Einsatz.

Die Kasseler HI-Niederlassung ist nicht die einzige Landesbehörde, für die neue Räume in der Stadt gesucht werden. Weitere 300 bis 400 Quadratmeter Büroflächen samt fünf Stellplätzen sollen zum 1. April im Bereich der Eisenschmiede angemietet werden. Für welche Dienststelle, sagt das HI in Wiesbaden nicht.

Von Ellen Schwaab

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