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Kurioses beim Blick auf Kassel: Bei Google ist noch documenta

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Von: Florian Hagemann

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Ansicht bei Google Earth: Hier ist noch documenta. Screenshot: Google eArth
Ansicht bei Google Earth: Hier ist noch documenta. Screenshot: Google Earth © Privat

Der virtuelle Globus von Google Earth zeigt Bilder aus turbulenten Tagen. Auf dem Friedrichsplatz ist noch das Gerüst vom Taring-Padi-Banner zu sehen.

Kassel – Wer auf die Welt von oben blickt, darf sich womöglich über einen Perspektivwechsel freuen, ist aber auch nicht immer auf dem neuesten Stand. Mitunter scheint die Zeit irgendwo in luftiger Höhe stehen geblieben zu sein. Zumindest herrscht Verwunderung bei jenen, die den virtuellen Globus von Google Earth nutzen und im Internet mal wie ein Vogel auf Kassel schauen wollen.

Irgendwann ist der Friedrichsplatz zu erkennen – und siehe da: Dort findet sich auch ein Gerüst vor der documenta-Halle und viele kleine Aufsteller. Bei näherer Betrachtung lässt sich feststellen: Es sind Ansichten aus turbulenten Tagen, als die Debatte um ein Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi in vollem Gange war. Kurzum: Bei Google herrscht noch documenta. Was ist denn da los?

In der Tat findet der virtuelle Rundflug über Kassel bei dem Internetangebot des amerikanischen Unternehmens immer noch komplett zu Zeiten der documenta 15 statt. Auch der Ahoi-Biergarten ist gut zu sehen – ebenso wie die Hütte aus Altkleidermüll in der Karlsaue. Und da ist eben auch das Banner von Taring Padi, wobei: Wer immer weiter in Richtung Friedrichsplatz zoomt, dem kommen Zweifel, ob bei dieser Ansicht das umstrittene Banner überhaupt noch hängt oder schon verhüllt oder abgenommen worden ist.

Kurz nach der Eröffnung der d 15 im Juni 2022 war das Kunstwerk in die Kritik geraten, weil es Motive mit antisemitischer Bildsprache enthielt. Es wurde daher noch in der ersten documenta-Woche wieder abgehängt. Von daher blieben nur ein paar Tage, um überhaupt diese Aufnahmen von oben zu machen. Nun sind sie bei Google Earth noch zu sehen. Zufall?

Google schreibt auf Anfrage, dass sich Google Deutschland nicht explizit zu solchen Einzelfällen äußern kann. Generell sei es aber so, dass Satellitenbilder bei Google Earth und auch beim Online-Kartendienst Google Maps von einer Reihe von Anbietern erstellt würden, darunter seien öffentliche, staatliche und kommerzielle Quellen. Google berücksichtige bei der Bestimmung der optimalen Bilder viele Faktoren wie zum Beispiel das Datum, die Auflösung und die Klarheit.

Eins lässt sich sagen: Die Bilder von Kassel, die derzeit zu sehen sind, lassen sich zeitlich zumindest gut eingrenzen. (Florian Hagemann)

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