Gebäude in der Innenstadt wird abgerissen

Rettungshundestaffel übt in Kassel in ehemaliger Sparkasse

Eingespieltes Team: Katja Trost mit ihrem Rüden Aiden.
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Eingespieltes Team: Katja Trost mit ihrem Rüden Aiden.

Die Rettungshundestaffel Nordhessen übt normalerweise regelmäßig im Wald. Derzeit findet das Training aber auch in einem ungewöhnlichen Gebäude statt - in der ehemaligen Sparkasse an der Kölnischen Straße in Kassel.

Kassel - Aiden weiß, dass es jetzt gleich losgeht. Der siebenjährige Rüde trainiert heute mit seinem Frauchen, Hundeführerin Katja Trost, in dem ehemaligen Sparkassen-Gebäude an der Kölnischen Straße. Auch für die Mitglieder der Rettungshundestaffel Nordhessen ist das Üben in dem früheren Bürogebäude, das schon zum Teil abgerissen ist, nicht alltäglich. Bei der Suche testet sich der Hund mit seiner Nase jetzt durch abgerissene Wandverkleidung, Bretter und entsorgte Kabel. „Normalerweise sind wir bei unseren wöchentlichen Trainings im Wald unterwegs“, sagt Katja Trost.

Aiden wartet auf ihr Kommando. Als der Hund das Handzeichen bekommt, beginnt er, den Raum im ersten Stock zu durchsuchen. In seiner Prüfung zum Rettungshund musste Aiden eine Fläche mit einer Größe von 4,5 Fußballfeldern in einer halben Stunde absuchen. „Auch wenn man es dem Rüden nicht anmerkt, ist die Suche wahnsinnig anstrengend für ihn“, sagt Katja Trost. Die fast schon hektische Atmung dient dazu, die Gerüche zu analysieren. Die Hunde der Rettungshundestaffel sind für die Flächensuche ausgebildet. Sie suchen also explizit eine bestimmte Fläche ab, anders als Mantrailer-Hunde, die aufgrund eines individuellen Geruchs konkret nach Personen suchen.

Seit vielen Jahren dabei: Roland Krause, hier mit seinem Hund Ole.

Plötzlich bellt Aiden. Eigentlich macht er das, wenn er etwas gefunden hat. Oft wird die Rettungshundestaffel bei der Suche nach Vermissten eingesetzt. Jetzt bellt der Rüde allerdings, weil sich die menschlichen Gerüche im Raum offenbar in einer Ecke gesammelt haben. „Das ist hier natürlich etwas anderes, als wenn wir wie sonst draußen unterwegs sind“, sagt Katja Trost. Am schwierigsten ist die Suche für die Hunde, wenn es regnet. „Kein Wind und Regen, das ist die größte Herausforderung, um Gerüche wahrzunehmen.“

Wenn Aiden seine Aufgabe erledigt hat, gibt es eine Belohnung. Das ist bei vielen Hunden Futter, Aiden freut sich aber noch mehr über seinen Ball. Im Training sucht er also nicht nach Menschen, sondern in erster Linie nach seinem Ball, den die versteckte Person dann für ihn bereithält. „Den hat zwar der vermisste Mensch im Wald nicht dabei, aber den bekommt er anschließend von mir als Belohnung“, erklärt Katja Trost. Als Aiden Welpe war, hat sie bereits erste Übungen mit ihm gemacht, damit er später die Ausbildung zum Rettungshund beginnen konnte: „Das muss aber nicht sein. Man kann auch später beginnen.“

Eine ganz besondere Herausforderung war zuletzt das Training in der früheren Tiefgarage der Sparkasse. Dort ist es nämlich stockfinster. Das ist dann auch für die Hunde keine leichte Aufgabe, sich dort zurechtzufinden.

Katja Trost lässt Aiden zuerst eigenständig auf der vorgegebenen Fläche suchen, dann weist sie den Rüden an, an einzelnen Stellen noch mal etwas genauer zu schnüffeln. Als die versteckte Person in den früheren Büroräumen der Sparkasse gefunden ist, ist Aiden glücklich. Nicht nur, weil er jetzt zur Belohnung mit seinem Ball spielen darf, sondern auch, weil sein Frauchen glücklich ist. „Das ist bei Hunden so, dass sie immer ihren Besitzern gefallen wollen“, sagt Katja Trost. (Kathrin Meyer)

Hintergrund

Die DRV Rettungshundesstaffel Nordhessen arbeitet ehrenamtlich und unterstützt die Polizei bei der Suche nach vermissten Personen. Derzeit befinden sich sieben Hunde in der Ausbildung zum Rettungshund. Trainiert wird aktuell unter Coronabedingungen einmal pro Woche.

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