Beim Grillen drohen Keime: Viele Erkrankungen durch Salmonellen

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Auf die richtige Zubereitung kommt es an: Gerade beim Grillen von Geflügelfleisch sollte besonders auf Hygiene und darauf geachtet werden, dass das Fleisch gut durchgegart ist.

Kassel. Das beliebte Grill- und Picknickvergnügen kann mitunter unangenehme Folgen haben. So warnt die Krankenkasse DAK, dass sich in Hessen immer mehr Menschen eine Infektion zuziehen.

In Hessen habe es im vergangenen Jahr mit insgesamt 5315 meldepflichtigen Infektionsfällen mit dem Krankheitserreger Campylobacter 20 Prozent mehr gegeben als im Vorjahr. Allein im ersten Quartal dieses Jahres waren laut dem Gesundheitsamt Region Kassel in Stadt und Landkreis 70 Menschen von einer Campylobacter-Infektion betroffen. 2014 waren es insgesamt 321.

Karin Müller

Solche Brechdurchfallerkrankungen im Frühjahr und Sommer seien häufig lebensmittelbedingt, warnt auch Amtsleiterin Dr. Karin Müller. Die häufigsten lebensmittelbedingten bakteriellen Krankheitserreger seien Campylobacter und Salmonellen, die vornehmlich durch tierische Lebensmittel wie Geflügelfleisch oder Eierübertragen werden. „Die Erreger gelangen häufig vom rohen Fleisch auf die Hände oder die Arbeitsplatte und dann auf Lebensmittel, die nicht gegart werden, das kann beispielsweise ein Salat sein, der an gleicher Stelle zubereitet wird“, sagt Ernst Jürgen Braun von der DAK-Gesundheit in Kassel.

Salmonellen verursachten in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 21 Erkrankungen in Stadt und Landkreis. Im gesamten Jahr 2014 waren es 57 Fälle. Symptome sind meist Erbrechen, Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, eventuell Fieber. In seltenen schweren Fällen kommt es bei Campylobacter-Infektionen auch zu Lähmungserscheinungen.

Durch Durchfallerkrankungen würden insbesondere kleine Kinder und alte Menschen jenseits des 70. Lebensjahres gefährdet, erläutert die Ärztin. Bei beiden Altersgruppen sollte daher frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden, um schwere Erkrankungen durch Wasser- und Mineralienverluste verhindern zu können. In seltenen Fällen komme es bei Infektionen mit Listerien bei Schwangeren zu Früh- und Totgeburten. Der gefährliche Darmkeim Ehec hatte im Jahr 2011 durch verunreinigte Sprossen bundesweit zu einer Epidemie geführt, bei der über 3800 Menschen erkrankten und 53 starben.

Im Winter seien es indes meist Viren, die Brechdurchfallerkrankungen verursachen, erläutert Karin Müller. Größere Noroviren-Ausbrüche kommen immer wieder vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen vor. Bei kleinen Kindern von sechs Monaten bis zu zwei Jahren spielten die Rota-Viren, die vor allem von Februar bis April die höchsten Fallzahlen aufweisen, eine besondere Rolle. 

Hygienetipps für Grill und Küche

• Speisen sollten nur mit frischen, sauberen Zutaten zubereitet werden. Dabei nur saubere Gerätschaften und Unterlagen verwenden. Vor dem ersten Arbeitsgang und zwischendurch gründlich die Hände waschen.

• Die Zeit zwischen Zubereitung und Verzehr sollte möglichst kurz sein, also den Kartoffel- oder Nudelsalat nicht lange durchziehen lassen. Zubereitete Lebensmittel bis zum Verzehr abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

• Besondere Vorsicht gilt bei Verwendung von rohem Fleisch (Gehacktesbrötchen) und Eiprodukten (mayonnaisehaltige Salate, Soßen, Marinaden) sowie roheihaltigen Desserts wie Tiramisu oder eischneehaltige Cremes. „Diese hochempfindlichen Lebensmittel verderben ungekühlt schneller, als man schauen kann und bieten einen idealen Nährboden für Salmonellen und andere Durchfallerreger“, warnt Dr. Karin Müller. Das gelte auch für Sahne- und Cremetorten sowie für Schlagsahne.

• Vor allem Hähnchenfleisch sollte immer gut durchgegart werden.

• Bei längeren Feiern sollten die Lebensmittel zwischendurch gekühlt werden und nicht stundenlang in der Wärme stehen.

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