Spannende Wahlen zu ehrenamtlichem Magistrat – Freie Wähler schlagen Martin Kiok vor

Beim Magistrat hängt’s an den Piraten

Kassel. Zwölf Sitze im künftigen ehrenamtlichen Magistrat der Stadt Kassel sind relativ fest vergeben. Voraussetzung ist, dass alle Stadtverordneten von SPD, Grünen, CDU und Linken für die Wahlvorschläge ihrer eigenen Fraktionen stimmen.

Spannend wird hingegen, wer den 13. Platz in dem Gremium einnimmt. Eine entscheidende Rolle kommt dabei den Piraten zu. Als einzige der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien haben sie noch nicht entschieden, ob sie einen eigenen Vorschlag machen oder für einen anderen stimmen.

Und auch auf das Abstimmungsverhalten von Donald Strube kommt es an. Nach der Kommunalwahl war er aus der CDU ausgetreten und hatte sich der FDP-Fraktion angeschlossen. Strube könnte seine Stimme dem Vorschlag der Freien Wähler geben. Sie haben nämlich den früheren technischen Vorstand des städtischen KVV-Konzerns, Martin Kiok, für den Magistrat nominiert. Strube und Kiok kennen sich aus dem CDU-Stadtbezirksverband Harleshausen, an dessen Spitze Strube bis zu seinem Austritt stand. Kiok ist dort noch immer amtierender Schriftführer.

Doch gerade Heinz Gunter Drubel, Strubes neuer Kollege in der FDP-Fraktion, macht sich Hoffnungen auf die Stimme. Er möchte wieder in den Magistrat und wäre dringend auf Strubes Stimme angewiesen. Nur wer drei Stimmen bekommt, hat Aussichten, den 13. Platz im Magistrat besetzen zu können.

Darauf wäre auch die Piratenpartei angewiesen, wenn sie mit einem Vorschlag ins Rennen geht. Ob es dazu kommt, sei noch nicht entschieden, sagt Olaf Petersen, einer von zwei Stadtverordneten der Piraten. Darüber wolle die Partei morgen beraten. Stimmen die Piraten für ihren eigenen Vorschlag, würde dadurch wohl Drubel gewählt.

Nehmen sich FDP, Freie Wähler und Piraten gegenseitig die Stimmen ab, profitieren die Grünen. Sie könnten in diesem Fall den vierten Sitz im Magistrat bekommen.

Möglich ist auch, dass nicht die Zahl der Stimmen, sondern das Los entscheidet, wenn sich die Piraten für den Vorschlag der Freien Wähler entscheiden. Dann hätten FDP und Freie Wähler gleich viele Stimmen für ihre Wahlvorschläge und der neu zu wählende Stadtverordnetenvorsteher – im Gespräch ist Petra Friedrich (SPD) – würde einen von zwei Zetteln ziehen.

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