Hebammen und Eltern sind alarmiert

Wirbel um Verträge mit Hebammen: Was wird aus Beleggeburten im Diakonissen-Krankenhaus?

Kassel. Werdende Eltern schlagen Alarm: Was wird aus der sogenannten Beleggeburt im Diakonissen-Krankenhaus? Bislang gab es dort die Möglichkeit, mit einer eigens ausgesuchten Hebamme zu entbinden.

Nach Informationen der HNA wurden die bisherigen Verträge mit den 13 selbstständig tätigen Hebammen in der vergangenen Woche jedoch gekündigt und neue Verträge zu offenbar schlechteren Bedingungen angeboten.

„Das ist eine ganz prekäre Situation“, bestätigt Gabriele Kopp, Vorsitzende des Landesverbandes der Hessischen Hebammen. Die neuen Verträge würden derzeit rechtlich überprüft. Derweil können die betroffenen Hebammen keine Beleggeburten anbieten. Für Hochschwangere und ihre Partner stürzt damit das gewählte Geburtsmodell urplötzlich zusammen. Sie sind geschockt und beklagen gegenüber der HNA eine vonseiten des Klinikkonzerns betriebene „Gewinnmaximierung auf dem Rücken der Hebammen und werdenden Eltern“.

Die Agaplesion Diakonie-Kliniken Kassel, zu denen das Diakonissen-Krankenhaus gehört, äußerten sich schriftlich auf unsere Anfrage, ohne näher auf Details einzugehen. „Wir ermöglichen unseren Beleghebammen mit den neuen Verträgen eine rechtssichere und ihre Interessen wahrnehmende langfristige Zusammenarbeit mit unserem Krankenhaus“, teilte Geschäftsführerin Dr. Stefanie Eilingsfeld mit. Die „Vertragsumstellung“ sei den Beleghebammen zur „nahtlosen Umstellung“ angeboten worden, „sodass hierdurch keine Beeinträchtigung in der Versorgung von werdenden Müttern und der Neugeborenen durch die Beleghebammen entstehen kann“, so Eilingsfeld. Man stehe derzeit im Gespräch.

2016 gab es im Diakonissen-Krankenhaus (inklusive Klinik Dr. Koch) 1921 Geburten, 230 davon waren Beleggeburten. Im Klinikum Kassel mit zuletzt 2290 Geburten ist derzeit keine Beleggeburt möglich.

Rubriklistenbild: © dpa

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