Ausschreibung soll Ende April beginnen

Belgische Siedlung in Kassel steht vor dem Verkauf

Wehlheiden. Die Belgische Siedlung in Wehlheiden soll noch in diesem Jahr verkauft werden.

Das hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) den Mietern der Häuser am Donnerstagabend bei einer Infoveranstaltung mitgeteilt. Allerdings war die Presse dazu nicht eingeladen.

Zwei Bewohner der Siedlung informierten nach der Versammlung den Ortsbeirat Wehlheiden, der am selben Abend in der Hupfeldschule tagte. Sie berichteten, dass die Bima die 76 Häuser als Ensemble verkaufen will, die öffentliche Ausschreibung soll Ende April beginnen. Die Bima habe das Ziel formuliert, dass der Kauf bis Ende des Jahres über die Bühne gehen soll.

Auch Stadtbaurat Christoph Nolda (Grüne) nahm an der Versammlung der Bima teil. Er bekräftigte erneut, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG kein Interesse daran habe, die Siedlung zu kaufen. Das bestätigte am Freitag auch Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt, auf Anfrage. Es sei nicht Auftrag der Stadt Kassel, eine Siedlung mit so einem hohen Sanierungsstau zu kaufen.

Sozialcharta

Während die GWG ein Vorkaufsrecht gehabt hätte, ist das bei der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWH) nicht der Fall. Die GWH hat schon seit längerer Zeit bekundet, dass sie die Siedlung gern kaufen würde. Das würde vielen Mietern und auch dem Ortsbeirat entgegenkommen. Denn die GWH hat angekündigt, dass sie bei einem Kauf mit einer Sozialcharta den weitgehenden Schutz der Interessen der Mieter wahren würde. Und sie würde auch jenen Mietern entgegenkommen, die ihre Häuser gerne selbst kaufen wollen.

Bei der Mieterversammlung wurde aber erneut betont, dass die GWH nicht ohne Ausschreibung kaufen kann. Sie muss sich an dem Bieterverfahren beteiligen – genauso wie alle übrigen Interessenten, die es für die Siedlung gibt. Einer davon ist bekanntermaßen Gotthard Fels, Geschäftsführer der GFI Immobilien GmbH in Kassel.

Für die Mitglieder des Ortsbeirats Wehlheiden ist es wichtig, dass die Siedlung nur an einen Käufer geht, der eine Sozialcharta akzeptiert. Dahingehend solle der Magistrat der Stadt auf die Bima einwirken, beschlossen die Mitglieder des Stadtteilgremiums einstimmig.

Die Bima werde bei einem Verkauf einen über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehenden Mieterschutz gewährleisten, versicherte am Freitag eine Sprecherin auf Anfrage der HNA. Und was will die Bundesanstalt für die 76 Häuser haben? Der Marktwert der Siedlung werde durch das Bieterverfahren am offenen Immobilienmarkt ermittelt, so die Sprecherin.

Allerdings behalte sich die Bima vor, ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen die Häuser verkauft werden. Schließlich sei die Bundesanstalt gesetzlich zu einer wirtschaftlichen Veräußerung verpflichtet.

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