Finanzierungslücke von 2,5 Mio. Euro fürs neue Grimm-Museum auf dem Weinberg

War lange Grimm-Museum: Die Universität Kassel will den Prachtbau zwar künftig für Veranstaltungen nutzen, aber sich nicht an den Sanierungskosten beteiligen. Archivfoto: Herzog

Kassel. Die Universität Kassel wird sich nicht an den Kosten zur Sanierung des Palais Bellevue beteiligen oder den historischen Prachtbau gar erwerben.

Jedoch will die Hochschule das lange als Grimm-Museum genutzte Gebäude an der Schönen Aussicht für kleinere repräsentative Veranstaltungen und Empfänge nutzen. Das ist die Bilanz eines kürzlich geführten Gesprächs zwischen Unipräsident Prof. Rolf-Dieter Postlep und Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Mit dieser Entscheidung der Uni entsteht für die Stadt Kassel eine Finanzierungslücke von etwa 2,5 Millionen Euro für den geplanten Neubau des Grimm-Museums auf dem Weinberg. Hätte die Uni sich in großem Stil an den Sanierungskosten beteiligt, so wäre die Kuh vom Eis gewesen.

Pläne für Kontingent

Die Hochschule würde gern zu einem jährlichen Festbetrag ein Kontingent für ihre Veranstaltungen buchen. Details hierüber müssten in nächster Zeit ausgehandelt und vertraglich fixiert werden, sagte Hans-Jürgen Schweinsberg, Pressesprecher der Stadt. Wie viel Geld hierfür von der Hochschule fließen wird, ist noch nicht bekannt.

Die Stadt habe aber Alternativen zur Finanzierung, die allerdings noch nicht spruchreif seien, sagte Schweinsberg.

Ziel sei es, dass keine Belastungen für den Haushalt der Stadt entstünden. Weitere Auskünfte wollte der Sprecher nicht geben.

Die Sanierung des Hauses, das im 18. Jahrhundert als Observatorium erbaut worden war, kostet die Stadt 3,7 Millionen Euro. Diese Summe stand und steht im Haushalt 2009 bis 2011 bereit und ist zum Großteil bereits verbaut worden. Ende 2011 soll das repräsentative Haus, das einen gläsernen Anbau als Entree für Empfänge und Vortragsveranstaltungen erhält, fertiggestellt sein.

20 Mio. Euro Investitionen

Insgesamt 20 Millionen Euro investiert die Stadt Kassel in die Sanierung ihrer städtischen Museen: knapp acht Millionen Euro in das Stadtmuseum, 3,7 Millionen Euro in das Bellevue.

Die verbleibenden mehr als acht Millionen sollen in den voraussichtlich 18,2 Millionen Euro teuren Neubau des Grimm-Hauses auf dem Weinberg gesteckt werden.

Sechs Millionen Euro für das neue Museum sollen aus der EU-Förderung kommen, mit 250.000 Euro als symbolischem Zuschuss will sich der Landkreis Kassel beteiligen. Ein Stück weit könnte der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien die Finanzierungslücke abfedern: Eine Förderung bis zu 500.000 Euro wäre denkbar, hatte kürzlich Oberbürgermeister Hilgen erklärt.

Von Beate Eder

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