Bengalos: Fußballfans zündelten auf Fanmeile und im Auestadion

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Im Visier: Das Zünden von bengalischen Feuern (wie hier beim Spiel Hertha BSC gegen Fortuna Düsseldorf) will die Kasseler Polizei beim Public Viewing ahnden.

Kassel. Nicht erst seit dem Spiel zwischen Düsseldorf und Berlin haben bengalische Feuer für Gefahr in Fußballstadien gesorgt. Am Samstag wurden nach dem 1:0 der deutschen National-Elf gegen Portugal von vermeintlichen Fans in Kassel ebenfalls Bengalos abgebrannt.

Sowohl auf der Fan-Meile an der Friedrich-Ebert-Straße als auch im Auestadion, sagt Polizeisprecher Michael Lange. „Das ist strengstens untersagt und kein Kavaliersdelikt“, sagt Lange.

Die Feuerwerkskörper sind sehr gefährlich, sie werden über 1000 Grad heiß. Die Kasseler Polizei, die sich auch über Siege der deutschen Mannschaft freue, appelliere an die Vernunft der Fans, die Finger von Bengalos zu lassen. „Es wäre schade, wenn wegen einiger weniger das gemeinsame Fußballgucken in ein schlechtes Licht gerückt wird“, sagt Lange. Die Polizei werde bei den nächsten EM-Spielen ein Augenmerk auf Bengalos haben und das Anzünden ahnden.

Der KSV veranstaltet das Public Viewing im Auestadion. Pressesprecher Thorsten Pfennig weist darauf hin, dass es - ebenso wie bei Fußballspielen - untersagt ist, bengalische Feuer ins Stadion mitzubringen. Auch beim Public Viewing gelte die Stadionordnung.

Am Samstag haben laut Pfennig 3500 Fußballfans das erste Spiel der deutschen Mannschaft auf der Videowand verfolgt. Die Probleme bei der Getränkeversorgung sollen beim Spiel gegen Holland am Mittwoch behoben sein. Es würden deutlich mehr Getränkestände geöffnet, mehr Personal werde eingesetzt.

Pfennig geht davon aus, dass beim Vorrundenspiel gegen die Niederlande sogar 4000 Besucher zum Public Viewing kommen könnten. Walter Pape, Chef des Geschäfts „Etuis Mertl“ an der Friedrich-Ebert-Straße, kennt die mitunter ausgelassen feiernden Fans seit zahlreichen Europa- und Weltmeisterschaften. Pape befürwortet, dass das Rasenstück mit Videowand neben seinem Laden für die EM eingezäunt worden ist. „Es ist besser geworden, toi, toi, toi“, sagt der Anlieger über das erste Spiel am Samstag.

Weniger Besucher der Fan-Meile als bei früheren Turnieren hätten sich hinter den Häusern aufgehalten. Hinten seien nur einige „Krawallmacher“ gewesen, die überhaupt kein Interesse am Fußball hätten, sagt Pape. Allerdings seien die Eingangsbereiche nach einem Spiel nach wie vor verdreckt. „Da klebt alles. Die Wirtsleute sollten unsere Eingänge mal putzen.“

Die Bengalos, die am Samstagabend abgebrannt wurden, hat Pape nicht gesehen. „Ich habe nur einen Knall gehört.“ (use)

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