Konserven der Blutgruppe 0 Rhesus negativ sind Mangelware

Sie sind knapp: Konserven der Blutgruppe 0 Rhesus negativ. Archivfoto: Malmus

Kassel. In Nordhessen werden dringend Blutkonserven der Blutgruppe 0 Rhesus negativ gebraucht. Die Versorgung von Unfallpatienten zu einem akuten Mangel geführt

Die Versorgung mehrerer Unfallpatienten in den vergangenen Tagen hat laut Dr. Walid Sireis, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Kassel, zu dem akuten Mangel geführt.

„Allein für einen Unfallpatienten wurden 50 Blutkonserven benötigt“, sagt er. Das ist fast ein Wochenbestand. Der beläuft sich in der Regel auf 70 bis 80 Konserven dieser Blutgruppe.

Das Besondere an der Blutgruppe 0 Rhesus negativ ist, dass sie universell verträglich ist. Das heißt, dass sie jedem, unabhängig von der eigenen Blutgruppe, verabreicht werden kann.

Deshalb kommt sie Sireis zufolge häufig bei Unfällen zum Einsatz, wenn die Blutgruppe des Patienten nicht bekannt ist und sofort gehandelt werden muss. „Der Bestand ist auf ein absolutes Minimum gesunken, und wir haben Schwierigkeiten, die Krankenhäuser optimal zu versorgen“, sagt er.

Ein Bestand von 20 Konserven der Blutgruppe müsse außerdem für Frauen bereitgehalten werden. Die Gabe von Rhesus-positiven Konserven könne im Fall einer späteren Schwangerschaft zu Verträglichkeitsproblemen und gesundheitlichen Schäden bei den Neugeborenen führen.

Darüber hinaus wird die Blutgruppe auch bei Stammzelltransplantationen benötigt.

Geringer Wochenbestand

Der Anteil der Spender mit der Blutgruppe 0 Rhesus negativ beträgt laut Sireis sieben Prozent. Von den 1200 Blutspenden pro Woche entfallen 70 bis 80 auf die Blutgruppe 0 Rhesus negativ.

Pro Jahr benötigt der DRK-Blutspendedienst insgesamt 250 000 bis 260 000 Blutkonserven, um die 143 Kliniken in Hessen zu versorgen. „Es würde uns sehr helfen, wenn möglichst viele Menschen mit der Blutgruppe 0 Rhesus negativ noch diese Woche Blut spenden würden, so könnten wir unsere Reserven auffüllen und die Patienten optimal versorgen“, sagt der Transfusionsmediziner. Am liebsten wäre es dem Institutsdirektor, Menschen mit dieser Blutgruppe für regelmäßige Spenden gewinnen zu können.

• Blutspenden sind heute von 11 bis 19 Uhr im DRK-Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie möglich, Mönchebergstraße 57 (am Klinikum Kassel), 34125 Kassel. Weitere Blutspendetermine bietet das Institut mittwochs bis freitags sowie montags von 8 bis 15 Uhr an.

Weitere Blutspendemöglichkeiten in der Region finden Sie im Artikel linkS sowie im Internet unter

www.blutspende.de

Von Mirko Konrad

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