Keine weiteren Parkplätze am Herkules geplant

Berater fürs Welterbe geben Entwarnung: Windräder stören nicht

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Schützenswertes Umfeld: Das Weltkulturerbe beginnt nicht erst am Herkules. Auch der Habichtswald gehört bereits zur so genannten Pufferzone. Der Blick vom Herkules soll nicht durch Windräder beeinträchtigt werden.

Kassel. Keine der aktuell geplanten Windkraftanlagen in Nordhessen beeinträchtigt die Blickachsen des Weltkulturerbes Bergpark Wilhelmshöhe. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die bei der Tagung des Beratungsgremiums zum Kasseler Welterbe vorgestellt wurde.

Das so genannte Advisory Board, das mit Vertretern der Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium tagte, hat unter anderem über die Windkraftanlage im benachbarten Schauenburg gesprochen. Die ist nur knapp sechs Kilometer Luftlinie vom Herkules entfernt, von dort aber nicht zu sehen. „Wir haben uns darauf verständigt, dass dieser Aspekt bei weiteren Planungen berücksichtigt wird“, sagte Prof. Gerd Weiß, der Beauftragte des Landes Hessen für das Weltkulturerbe. Die Anlagen in der Söhre seien zum Beispiel so weit entfernt, dass sie die Blickachsen vom und zum Bergpark nicht beeinträchtigen.

Verkehr: Nach Rücksprache mit Hessen Forst soll es keine weiteren Parkplätze rund um den Herkules geben. Das sagte Prof. Bernd Küster, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Sinnvoller als Eingriffe in die Natur des Habichtswaldes sei es, die vorhandenen Parkplätze im Druseltal und auf dem Hohen Gras besser durch Busse anzubinden.

Tourismus: Durch die Ernennung zum Weltkulturerbe wird sich der Tourismus in Kassel weiter verändern. Diese auf Erfahrung beruhende Prognose gab die frühere Generaltkonservatorin in Wien, Eva Maria Höhle, als Mitglied des Advisory Boards ab. In Japan und China gebe es Touristikbüros, die sich auf Welterbe-Touren spezialisiert hätten. Kassel werde deutlich mehr Besucher aus diesem Bereich bekommen.

Veranstaltungen: Das Bergparkfest mit 30.000 Besuchern ist die Obergrenze. Auch weiterhin soll das Welterbe nach Angaben vom MHK-Direktor Küster für Veranstaltungen nutzbar sein.

Seilbahn: Ein strittiges Thema wurde vertagt. Es geht um die Pläne eines Kasseler Kaufmanns, eine Seilbahn zum Herkules zu bauen. Die könne ein wesentlicher Beitrag dazu sein, den Bergpark vom Autoverkehr zu entlasten. In Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel und dem Seilbahnbauer Doppelmayr wolle er die Pläne erst detailliert ausarbeiten, sagte der Initiator Achim Wickmann auf Anfrage. Bei einer der nächsten Sitzungen des Beratungsgremiums der Unesco wolle man das Projekt vorstellen.

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