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Kasseler Bergpark bekommt neue Schwäne

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Von: Anna Lischper

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Idealfall: Das Bild zeigt einen Schwan im Bergpark Wilhelmshöhe, der am Lac gebrütet hat. Die letzten Schwäne wurden gerissen oder waren verschwunden. Jetzt soll es ein neues Schwanenpaar geben, das idealerweise brütet. Denn wo Schwäne brüten, bleiben sie in der Regel auch. Archivfoto: Lothar Koch
Idealfall: Das Bild zeigt einen Schwan im Bergpark Wilhelmshöhe, der am Lac gebrütet hat. Die letzten Schwäne wurden gerissen oder waren verschwunden. Jetzt soll es ein neues Schwanenpaar geben, das idealerweise brütet. Denn wo Schwäne brüten, bleiben sie in der Regel auch. Archivfoto: Lothar Koch © Archivfoto: Lothar Koch

Auch wenn sie womöglich noch gar nicht aus dem Ei geschlüpft sind: Ihre Namen stehen schon fest. Wilhelm und Auguste sollen die Schwäne heißen, die bald wieder den Bergpark zieren sollen.

Kassel – Nach dem tragischen Tod von vier Schwänen im vergangenen Jahr ist es ein neuer Versuch, im Weltkulturerbe langfristig Schwäne anzusiedeln. Die Initiative für den neuen Versuch hat Thomas Träbing ergriffen, der für den Förderverein für Ball- und Tanzkultur in Kassel den Schlossball organisiert. Der Ball findet am Samstag statt. Im Eintrittsticket von 80 Euro ist auch eine Spende für die Anschaffung der Schwäne enthalten. „Letztes Jahr haben wir für die Jugendbildung gespendet, dieses Jahr sind die Schwäne dran. Zu einem kaiserlichen Park gehören sie einfach dazu“, sagt Träbing, aus dessen Feder auch die historisch bedeutsamen Namensvorschläge stammen. Er rechnet 350 Euro pro Tier.

Von sich aus hätte man zunächst keine neuen Schwäne angeschafft, sagt MHK-Sprecherin Natascha Callebaut. „Es ist bezüglich des Parkunterhalts kein vorrangiges Projekt.“ Seit dem tragischen Tod und dem Verschwinden der letzten Schwäne hätten viele Privatleute Schwäne angeboten oder finanzielle Unterstützung zugesagt. Träbings Angebot habe man nun zugestimmt. In der Karlsaue gehörten Wildschwäne zum Bild. Im Bergpark wolle man es nun auch noch einmal versuchen. Laut Träbing ist es einfach: „Die müssen sich paaren. Dann bleiben sie auch.“

Im Ansatz stimmt dem auch Peter Lorenz vom Nabu Kassel zu. „Schwäne sind anpassungsfähig und ihren Lebensgewohnheiten treu. Wenn sich ein Paar gefunden hat, dann bleibt es zusammen.“ Daran würden auch gestutzte Flügel nichts ändern, zumal diese ja nach der Mauser nachgewachsen und die Vögel wieder flugfähig seien. Das viel größere Problem liegt aus Lorenz’ Sicht darin, dass Parkbesucher die Schwäne in der Vergangenheit mit allen möglichen Resten gefüttert haben. „Außerdem müsste das Hundeanleingebot anständig praktiziert werden. Hunde sind eine Gefahr.“

Wie berichtet, war im Frühjahr der letzte von vier Schwänen tot aufgefunden worden. Etwa ein Jahr zuvor waren mit Unterstützung des Welterbevereins vier Jungtiere angeschafft worden, die nach und nach von Hunden und Wildtieren gerissen worden waren. „Man kann sich nicht auf die Lauer legen“, sagt Thomas Träbing. Die MHK-Sprecherin verweist auf die Parkwächter, die regelmäßig im Bergpark unterwegs seien und Hundehalter auf die Anleinpflicht hinweisen würden. Aus Sicht der MHK allerdings hätten die letzten Schwäne deshalb nicht überlebt, weil sie von einem Geflügelzüchter kamen und kein natürliches Schutzverhalten gelernt hatten. „Normalerweise verteidigt ein Schwan seinen Lebensraum energisch gegen jeden Eindringling. Deshalb sollte man einen Schwan ja auch niemals reizen oder gar verärgern.“ Sie könnten mit ihren kräftigen Flügeln oder Bissen problemlos Armknochen brechen. Deshalb brauche es jetzt ein geeignetes, also wehrhaftes Schwanenpaar. Die Suche nach einem Züchter läuft.

Info: Der Schlossball „Tanzen und Wandeln im Weltkulturerbe“ findet Samstag ab 19 Uhr im Ballhaus statt. Karten für 80 Euro inkl. Schlossbesichtigung, Kutschfahrt und Schwanenspende unter schlossball-kassel.de

Von Anna Lischper

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