Bergpark: Das Welterbe rückt näher

Der Antrag ist auf dem Weg: Prof. Bernd Küster (Museumslandschaft Hessen Kassel, v. li.), Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann und Landesdenkmalpfleger Prof. Gerd Weiß mit den Unterlagen. Foto:  Herzog

Kassel. Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) hat gestern den Antrag auf Anerkennung des Bergparks Wilhelmshöhe zum Unesco-Welterbe unterzeichnet.

? Wie geht es jetzt weiter?

!Die Unterschrift dokumentiert, dass Kassel jetzt wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zum Welterbe ist. Die Vorprüfung durch die Kultusministerkonferenz hat man problemlos überstanden. Das geht nur, wenn der Antrag Hand und Fuß sowie gute Erfolgsaussichten hat.

? Wann fällt die endgültige Entscheidung über den Antrag?

!Der Internationale Rat für Denkmalpflege Icomos (International Council on Monuments and Sites) bewertet den Antrag für die Unesco. Das ist die Grundlage für die Entscheidung des Welterbekomitees, die voraussichtlich im Sommer 2013 fällt.

? Wie viele Welterbestätten gibt es in Deutschland schon?

!Der Bergpark mit den Wasserspielen und dem Herkules wäre der 37. deutsche Welterbe-Ort. Der Kölner Dom gehört ebenso dazu wie das Holstentor in Lübeck, die Museumsinsel in Berlin, Schloss Sanssouci in Potsdam, die Wartburg in Eisenach und die Klosterinsel Reichenau.

? Was macht den Bergpark so besonders?

!Das wird in dem Antrag auf 280 Seiten detailliert begründet und mit 200 Bildern illustriert. Im Kern geht es darum, dass die Wasserkünste einmalig in der Welt sind. Sie funktionieren heute noch so wie sie vor 300 Jahren angelegt wurden. Ohne Pumpen wird das natürliche Gefälle vom Wassereinzugsgebiet im Habichtswald bis zur großen Fontäne genutzt. Die Krönung dieser Inszenierung ist der Herkules.

? Reicht es, die Schönheiten des Bergparks herauszustellen?

!Nein. Die Sanierung von Herkules, Löwenburg und der Wasserwege läuft in enger Absprache mit den Welterbe-Experten. Bei den ersten Plänen für das neue Besucherzentrum am Herkules gab es Bedenken. Standort und Gestaltung wurden daraufhin verändert.

? Was bringt eine mögliche Anerkennung als Welterbe überhaupt?

!Zunächst einmal sorgt allein die Bewerbung dafür, dass im Bergpark vieles schneller vorangeht. Neben den Großbaustellen Herkules und Löwenburg gibt es viele kleine Bauten, die saniert werden. Besucherzentren und Gastronomie sind weitere Stichworte für die Entwicklung.

? Wäre das nicht auch ohne Bewerbung gemacht worden?

!Das 200-Millionen-Euro-Programm des Landes für die Neugestaltung der Kasseler Museumslandschaft ist eine wichtige Grundlage für die Arbeiten. Durch die Welterbe-Bewerbung erfolgt jetzt alles aus einem Guss.

? Kommen demnächst mehr Touristen nach Kassel?

!Das Interesse am Bergpark ist bereits spürbar gewachsen. Der Werbeeffekt des Welterbetitels bietet die Chance, diese Entwicklung zu verstärken. Unabhängig davon wäre die Anerkennung eine Verpflichtung, den Bergpark zu erhalten und zu pflegen.

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