Sieben Euro an Wasserspieltagen

Elfbuchen-Betreiber beklagen Gästerückgang durch Parkgebühren

Wollen sich trotz Gästerückgangs in den Sommermonaten nicht unterkriegen lassen: Die Elfbuchen-Betreiberfamilie Lieselotte und Hans-Ludwig Fischer sowie rechts Tochter Angelika Fischer. Fotos: Ludwig

Kassel. Als der Bergpark vor zwei Jahren Weltkulturerbe wurde, freuten sich auch die Betreiber des Gasthauses Elfbuchen im Habichtswald. Mit der Freude ist es vorbei.

Denn seit 2014 werden an Wasserspieltagen mittwochs und sonntags Parkgebühren auf dem Parkplatz am Herkules erhoben. Inzwischen sind sieben Euro fällig. Der Parkplatz wurde bis dahin auch von den Gästen des Gasthauses genutzt. Nun bleiben viele an diesen Tagen weg, weil sie die Gebühren scheuen.

„Wir haben Umsatzeinbußen von 60 Prozent mittwochs und sonntags“, sagt Angelika Fischer, die mit ihren Eltern Hans-Ludwig und Lieselotte Fischer den Betrieb führt. Für einen Spaziergang mit anschließendem Kaffee und Kuchen in Elfbuchen sei niemand bereit, zusätzlich sieben Euro zu zahlen. Deshalb würden gerade die einst vielen Sonntagsausflügler das Gasthaus meiden. Betroffen ist die Wasserspielsaison vom 1. Mai bis 3. Oktober, in der Gebühren anfallen.

Verbot schreckt einige Autofahrer nicht: Eigentlich dürfen nur Lieferanten und Hotelgäste bis Elfbuchen durch den Wald fahren.

Zwar gibt es auch einen geteerten Waldweg vom Herkules zum 1,4 Kilometer entfernten Elfbuchen, dieser darf aber nur von Lieferanten und Hotelgästen des Elf-Zimmer-Hauses genutzt werden. Wer nur zum Essen kommt, muss laufen. So sieht es die Straßenverkehrsordnung vor und so will es Hessen-Forst. Wer dennoch über den Waldweg fährt – was einige tun –, dem droht ein Bußgeld von 30 Euro. Dabei wäre es aus Sicht der Fischers eine Lösung, den Waldweg an Wasserspieltagen für Gäste freizugeben. „Wir wollen auch nicht, dass jeder durchfährt, dann ist es hier ja nicht mehr so schön“, sagt Angelika Fischer. Eine Alternative sei es, für die Elfbuchen-Gäste am Herkules eine kostenfreie Parkmöglichkeit anzubieten. Andernfalls werde der seit 1879 von ihrer Familie geführte Betrieb gefährdet.

Hessen-Forst sieht bei der weiteren Freigabe des Waldweges keinen Spielraum. Deshalb müssten auch die von Familie Fischer angebrachten Verkehrszeichen mit der Aufschrift „Zufahrt Elfbuchen frei“ abgenommen werden, sagt Dieter Schorbach von Hessen-Forst. Die Zufahrt sei seit jeher für den normalen Verkehr gesperrt. Dies sei nötig, damit sich Spaziergänger im Wald ungestört vom Verkehr erholen könnten.

Inzwischen streiten die Fischers und Hessen-Forst juristisch um eine Aufweichung der Regelung. Denn auch zum Gasthaus „Hohes Gras“ sei die Zufahrt gestattet, so Angelika Fischer. Dies begründet Hessen-Forst damit, dass beim Hohen Gras wegen des Skiliftes und des benachbarten Klettergartens ein „öffentliches Interesse“ bestehe.

Die Lösungsmöglichkeit, am Herkules an Wasserspieltagen kostenfreie Parkplätze für Elfbuchen-Gäste bereitzustellen, scheitert an einer Einigung zwischen den Gasthausbetreibern und der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), die den Parkplatz bewirtschaftet.

Fischers blicken erleichtert auf das bevorstehende Ende der Wasserspielsaison am 3. Oktober. Ab nächsten Mai drohe das gleiche Problem.

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