40 Millionen Euro teuer

Herkules bleibt noch drei Jahre eine Baustelle - Warum das gut ist

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Blick in den Innenraum des Oktogon: Auch hier gehen die Arbeiten noch mindestens drei Jahre weiter. Viele der Tuffsteine müssen ausgetauscht werden.  

Kassel. Für die Herkules-Sanierung hat das Land Hessen mittlerweile 40 Millionen Euro bewilligt. Die Arbeiten am Herkules werden noch mindestens drei Jahre dauern. Es klingt zwar zunächst seltsam, aber das ist eine gute Nachricht.

Thomas Täschner

„Wir können deutlich mehr machen als zunächst vorgesehen war“, sagt Thomas Täschner, der die Sanierung beim Landesbetrieb Bau und Immobilien koordiniert. Zehn Millionen Euro zusätzlich stellt das Land dafür zur Verfügung. Die Gesamtsumme für die Herkulessanierung liegt damit aktuell bei 40 Millionen Euro. Das Signal: Am Kasseler Wahrzeichen, das in diesem Jahr seinen 300. Geburtstag feiert, sollen keine halben Sachen gemacht werden.

Norbert Arnold

Das ist allerdings mit einem enormen Aufwand verbunden. Unter anderem müssen die derzeit mit Holz abgestützten Bögen im Oktogon aufwändig saniert werden. Die Tuffsteinkonstruktionen sind marode. Wie viele Steine ersetzt werden müssen, wird sich erst während der Arbeiten zeigen. „So etwas hat seit Jahrzehnten niemand mehr gemacht, wir lernen von Bogen zu Bogen dazu“, sagt Norbert Arnold von der Bauabteilung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Auch deshalb sei es so schwierig, einen genauen Zeitpunkt für den Abschluss der Sanierung zu nennen.

Unwägbarkeiten gibt es im Oktogon, auf dem der Herkules mit seiner Pyramide steht, an vielen Stellen. Mittlerweile ist klar, dass es unter den Bodenplatten der verschiedenen Ebenen ein ganzes System von Hohlräumen gibt. Die seien in keinem Plan verzeichnet gewesen, sagen die Fachleute vom Bau. Sanieren müssen sie die Hohlräume trotzdem.

Provisorische Sicherung: Die Bögen im Oktogon müssen ein enormes Gewicht tragen. Auch sie sind sanierungsbedürftig.

Für Besucher weiter offen

Umfangreicher als zunächst geplant werden auch die Arbeiten an der Fassade, die Richtung Stadt zeigt. Hier stehen noch Gerüste, hinter den Planen soll bis zum ersten Frost gearbeitet werden. Die Forstschritte in diesem Bereich sind unübersehbar. „Dreiviertel haben wir geschafft“, sagt Thomas Täschner. An den Kaskaden geht es ebenfalls voran. Hier ist ungefähr die Hälfte geschafft, Fußgänger können jetzt die erneuerten Treppen auf der von oben gesehen linken Seite nutzen.

Trotz der Baustellen ist der Herkules weiterhin für Besucher geöffnet, auch die Wasserspiele laufen wie geplant bis zum 3. Oktober. Erst danach geht die Saison am Herkules langsam zu Ende. Wenn der erste Schnee fällt und es glatt wird, werden die Aufgänge geschlossen. Im Frühjahr gehen dann die Arbeiten weiter. Seit 2006 ist der Herkules schon in der Reha. Sie wird noch eine Weile dauern.

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