Erste gründliche Untersuchung seit 30 Jahren

Der Lac im Bergpark Wilhelmshöhe wird tiefer gelegt

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So leer war er seit 30 Jahren nicht: Das Wasser am Lac im Bergpark Wilhelmshöhe wird über mehrere Tage hinweg abgelassen. Gestern war der Wasserspiegel schon deutlich sichtbar gesunken.

So ganz genau weiß niemand, was der Lac auf seinem Grund verborgen hält. In den nächsten Tagen erwarten die Fachleute der Museumslandschaft Hessen Kassel Aufschluss darüber.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren wird aus dem Teich in der Nähe von Schloss Wilhelmshöhe im Bergpark das Wasser abgelassen.

Schon jetzt kann man sehen, dass der Pegel deutlich gesunken ist. Bis zum Wochenende soll der Tiefststand erreicht werden. „Ein Rest Wasser muss drin bleiben, sonst überleben die Fische nicht“, sagt Michael Bossdorf, der Leiter der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK)-Gärten. In Zusammenarbeit mit dem Kurhessischen Anglerverein Kassel soll der Fischbestand im Lac auf ein verträgliches Maß reduziert werden. Weil es keine natürlichen Feinde gibt, haben sich die Fische in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Nach Angaben der MHK ist der Eingriff im Lac mit der Unteren Naturschutzbehörde und den Wasserbehörden abgestimmt.

Mehr zum Lac finden Sie im Regiowiki.

Bereits vor 100 Jahren war das Abfischen gängige Praxis. Am 16. Oktober 1915 gab es einen Zeitungsbericht darüber. „Gestern wurde der Lac auf Wilhelmshöhe abgelassen. Dabei wurden über 20 Zentner Fische gewonnen, vorwiegend Karpfen, aber auch Aale, darunter ein Riesenstück von 1,55 Metern Länge und zwölf Pfund Gewicht.“ Der Fang sei von einem Gastwirt verarbeitet worden, der Pächter des Lacs war. Damals wurde der See noch alle zwei Jahre abgelassen.

Mit Echolot

Heute sollen in erster Linie die Mauern am Rand des Lacs sowie die Ablassbauwerke für das Wasser unter die Lupe genommen werden. Mitten in dem See gibt es laut Bossdorf einen Mönch. So lautet der Fachbegriff für den seit Jahrzehnten nicht mehr genutzten gemauerten Ablass auf dem Grund des Teichs. Der wurde bereits mit einem Echolot auf mögliche Hindernisse untersucht.

Dabei wurde laut MHK eine Wassertiefe zwischen 2,50 Metern und 50 Zetimetern gemessen. Wenn das Wasser weitgehend abgelassen ist, soll auch festgestellt werden, ob Schlamm entfernt werden muss. Danach wird der Lac über seinen Zulauf aus dem Bergpark wieder aufgefüllt.

Multimedia-Reportage zeigt die Sehenswürdigkeiten des Bergparks:

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