"Welterbe-Status nicht gefährden"

MHK-Chef warnt vor Verkehrsplänen für Bergpark

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Autoschlangen hinauf zum Herkules: Zu den Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe gibt es häufig Verkehrsprobleme.

Kassel. Busse, Bahnen, Seilbahn oder Fahrstuhl: Eine ganze Reihe von Überlegungen, wie Besucher zu den Sehenswürdigkeiten im Bergpark Wilhelmshöhe befördert werden könnten, gibt es nach Angaben von Prof. Bernd Küster.

„Der Welterbe-Status schließt aber neue Beförderungssysteme aus“, betonte der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Küster warnte am Mittwoch im Stadtentwicklungsausschuss davor, die Überlegungen in die Tat umsetzen zu wollen. „Das ist ein Spiel mit dem Feuer.“

Werden Bedarf gerecht

Bernd Küster

Nach Einschätzung des MHK-Direktors gibt es dazu auch keine Notwendigkeit. Sowohl im inneren als auch im äußeren Bereich des Bergparks werde man dem Bedarf gerecht. Gut angenommen werde der seit 2014 angebotene Shuttle-Bus-Service im Bergpark. Leider gebe es dafür noch keine geeigneten Elektrofahrzeuge auf dem Markt. Weitere Pläne zur Beförderung der Besucher gebe es nicht, meinte Küster und stellte klar: „Der Park will fußläufig erschlossen werden.“

Ob der Welterbe-Status auch die Reaktivierung der einst von der Stadt zum Bergpark hinauffahrenden Herkulesbahn ausschließe, fragte Bernd W. Häfner, Vorsitzender der Fraktion Demokratie erneuern/Freie Wähler. MHK-Direktor Küster verneinte dies. „Wir sprechen hier nur über die Kern- und Pufferzone des Bergparks.“

Angesichts der Probleme mit Autoschlangen und Wildparkern, die sich durch das Verkehrsaufkommen am Bergpark – etwa bei den Wasserspielen – einstellen, blieben für die Ausschussmitglieder noch Fragen offen.

Keine Verkehrsstudie

Denn zu dem Antrag der Linken-Fraktion, die „Studie zur Verkehrssituation im Bergpark“ vorzustellen, wurde über Leitmotive und Beteiligte der Machbarkeitsstudie zum Bergpark informiert. Die 600 Seiten starke Ausarbeitung eines Nachhaltigkeitskonzepts für den Bergpark sei 2011 als flankierende Untersuchung zum Welterbe-Antrag in Auftrag gegeben und erstellt worden, berichtete Landschaftsarchitekt Prof. Wigbert Rhiel von der Universität Kassel. Konkreter wurde er im Ausschuss aber nicht. Zwar habe man sich auch mit dem Thema Verkehr beschäftigt, doch gebe die Studie keine Handlungsanweisungen, sondern lediglich Handlungsempfehlungen, betonte Rhiel.

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