Fünf Euro Gebühren für Vorabend-Check-in im Kulturbahnhof - Höhere Raten für Übergepäck

Air Berlin bittet Fluggäste zur Kasse

Fünf Euro parat halten: Darum bitten die Mitarbeiter des Vorabend-Check-in im Kasseler Kulturbahnhof Air-Berlin-Kunden wie den Kasseler Joachim Globisch. Foto: Konrad

Kassel. Joachim Globisch staunt nicht schlecht, als er am Vorabend-Check-in-Schalter im Kasseler Kulturbahnhof zufällig von den Gebühren erfährt: Seit dem 30. Juni erhebt die Fluggesellschaft Air Berlin für den Vorabend-Check-in fünf Euro pro Person. An dem Schalter können Fluggäste, die vom Flughafen Paderborn-Lippstadt aus fliegen, am Abend vor dem Abflug einchecken und ihr Gepäck abgeben.

Der 56-Jährige Kasseler fliegt mit seiner Frau im November auf die Kanaren-Insel Teneriffa. Den Vorabend-Check-in haben sie schon oft genutzt. „Das ist praktisch, man braucht am nächsten Tag nicht so früh am Flughafen zu sein“, erklärt der Bankkaufmann. Er will sich bei der Fluggesellschaft über die Hintergründe der Gebühr erkundigen, wird von einem Ansprechpartner zum anderen weitergereicht, ohne eine Antwort zu bekommen. „Zum Schluss habe ich aufgelegt“, sagt er.

Air-Berlin-Sprecherin Silke Manitz begründet die Gebühr auf Nachfrage der HNA so: „Der Vorabend-Check-in ist eine Dienstleistung, und jede Dienstleistung kostet Geld.“ Bisher seien die Kosten für den Vorabend-Check-in auf alle Kunden umgelegt worden. „Um die Preise weiter auf einem günstigen Niveau zu halten, bezahlen diese Dienstleistung jetzt nur diejenigen, die sie auch in Anspruch nehmen“, erklärt Manitz. Zudem biete Air Berlin kostenfreie Alternativen wie Web- oder Quick-Check-in.

Die Airline hat die Gebühr direkt vor den Sommerferien eingeführt. Abzocke? Manitz dementiert: „Solche Änderungen werden in der Regel Anfang oder Mitte eines Jahres umgesetzt.“ Für Kinder unter zwölf Jahren ist der Vorabend- Check-in weiter kostenfrei, ebenfalls für Fluggäste der Businessclass oder Inhaber bestimmter Bonus- und Service-Karten der Fluggesellschaft. Zu den Änderungen gehört auch eine erhöhte Rate für Über- und Sondergepäck. Bei Mittelstrecken etwa müssen Fluggäste laut Manitz seit dem 1. Juli statt zehn Euro 15 Euro pro Kilogramm Übergewicht pro Strecke bezahlen. Auch das ärgert Globisch. Die Fluggesellschaft kann er nicht mehr wechseln, weil er pauschal gebucht hat. „Außerdem fliegt an diesem Tag keine andere Gesellschaft von Paderborn aus dorthin“, sagt er. Dennoch freut er sich auf seinen Urlaub. Ob er weiterhin mit Air Berlin fliege, werde sich zeigen.

Die Airline beförderte 2010 577 000 Passagiere von Paderborn aus.

Den Vorabend-Check-in in Kassel bieten zudem die Fluggesellschaften Air Via, Bulgarien Air Charter, Condor, Germania, Pegasus Airlines, Sky Airlines, Sun Express und Tunisair an. Bei allen ist dieser Service kostenfrei.   hintergrund

Von Mirko Konrad

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