Berufsschule mit neuer Rechtsform

Oskar-von-Miller-Schule ist nun selbstständig

Kassel. Acht Jahre hat es gedauert. Jetzt ist das Ziel erreicht: Seit dem 1. Januar arbeitet die berufliche Oskar-von-Miller-Schule als rechtlich selbstständige berufliche Schule (RSBS) und damit als erste Kasseler Schule als Anstalt des öffentlichen Rechts.

Im Rahmen eines kleinen Festes überreichte am Dienstag Kultusminister Dr. Alexander Lorz an Schulleiter Günter Fuchs die entsprechende Urkunde.

Lorz machte seinen Standpunkt deutlich, dass die Entscheidungsbefugnisse dort liegen sollten, wo man die Verhältnisse und Anforderungen am besten kennt: vor Ort, bei der Schule. Schulleiter Fuchs und Stadträtin Anne Janz unterstrichen den langen Atem, den die Schule und anderen Beteiligten in den vergangenen Jahren bewiesen haben. Janz: „Die Oskar-von-Miller-Schule ist jetzt fit für die Zukunft.“ Und in die Zukunft blickt Schulleiter Fuchs gerne. Er ist davon überzeugt, dass “Flexibilität viel Kreativität und Engagement freisetzt.“

Der Weg von einer herkömmlichen beruflichen Schule über die selbstständige berufliche Schule hin zur RSBS habe in erster Linie zu Veränderungen im pädagogischen Bereich geführt. Ziel sei es, die Lernenden stärker als bisher in den Mittelpunkt zu rücken.

Da die gewünschte individuelle Gestaltung von Lernwegen mit dem Fokus auf die Entwicklung von Kompetenzen auch neue Lernumgebungen erfordert, habe man die Schule auch entsprechend baulich umgestaltet. Herkömmliche Klassenzimmerstrukturen wurden aufgelöst. Mit der vor drei Jahren abgeschlossenen Sanierung bekam die Schule ein neues Gesicht.

Zur Selbsständigkeit der Oskar-von-Miller-Schule gehört auch das „Große Budget“. Es bedeutet, dass sie eigenverantwortlich über freie Personalmittel verfügt, Personal für erweiterte pädagogische Aufgaben einstellen oder auch Verträge für schulische Assistenzkräfte abschließen kann. Die rechtliche Selbstständigkeit und damit verbundene schlanke Organisationsstruktur öffnen nun die „für ein effizientes Handeln erforderlichen Spielräume“, so Fuchs.

Kernaufgabe bleibe der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag, der sich in seinem Wesen nicht verändere. Ganz im Sinne des Hessencampus Kassel wolle die Schule im Rahmen des Bildungsnetzwerkes ihren Beitrag dazu leisten, auch die Bildungsbeteiligung von Erwachsenen in der Region zu verbessern. Es sei notwendig, dass „administrative Prozesse weitgehend in die Verantwortung der Schule gelegt werden, um zu schnellen und effizienten Entscheidungen vor Ort zu gelangen“.

Von Christina Hein

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