Im technischen Bereich fehlen in Hessen 300 Pädagogen

Berufsschullehrer verzweifelt gesucht

Kassel. Berufliche Schulen im technisch gewerblichen Bereich schlagen Alarm: Sie benötigen dringend Lehrer. „Wir könnten sofort sechs Lehrer für die Fächer Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik einstellen“, sagt Arno Koch, Leiter der Kasseler Max-Eyth-Schule.

Umgekehrt wählen Schüler - darunter zunehmend Gymnasiasten - immer stärker die technischen Bereiche der beruflichen Schulen. Sie wissen: Die Wirtschaft benötigt Fachkräfte und bietet Schulabgängern gute Perspektiven. An der Eyth-Schule beispielsweise ist das zweizügige technische Gymnasium in nur wenigen Jahren sechszügig ausgebaut worden.

Nach Informationen aus dem Kultusministerium fehlen in den nächsten fünf Jahren an beruflichen Schulen in den drei Bereichen Elektro-, Metall- und Informationstechnik je 100 Lehrer. „Es mangelt an Nachwuchs“, sagt Koch. Eine zu geringe Lehrerzuweisung durch das Ministerium ist nicht der Grund für den Mangel. „Die Berufsbildenden Schulen haben zum Schuljahresbeginn 7300 Lehrerstellen zugewiesen bekommen“, lautet die Auskunft aus Wiesbaden. Damit sei in Hessen eine vollständige Unterrichtsabdeckung gewährleistet. Das Problem: „Es gibt zu wenige, die in den technischen Bereichen auf Lehramt studieren wollen“, sagt Dr. Frank Bünning vom Institut für Berufsbildung der Uni Kassel. Eine Folge des Mangels an Berufsschullehrern ist die Einstellung von Quereinsteigern, also Lehrern, die aus anderen Berufen kommen. „Ein Drittel der Lehrkräfte der letzten zehn Jahre sind bereits Quereinsteiger“, sagt Günter Fuchs von der Kasseler Oskar-von-Miller-Schule.

Bereits vor sieben Jahren hatte Dr. Heinrich Berthold, damals Abteilungsleiter im Kultusministerium, den steigenden Bedarf prognostiziert: „Wer sich für das Studium des Lehramts an beruflichen Schulen entscheidet, hat beste Zukunftschancen.“

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Von Christina hein

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