Grund: Studenten- und Ausländeranteil

Berufstätige Frauen: Kassel gehört zum Schlusslicht

Kassel. Hessenweit gehört Kassel zu den Schlusslichtern: Nach einer neuen Studie sind nur 45 Prozent der Frauen berufstätig. Woran das liegt?

Unter anderem an Studenten und Ausländern. Bei den Zahlen der Bertelsmann-Stiftung liegt Kassel deutlich unter dem Landesschnitt von 51 Prozent. Bundesweit sind 51,8 Prozent der weiblichen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Als Gründe für die vergleichsweise niedrige Frauenbeschäftigungsquote in der Stadt führt Detlef Hesse, Chef der Kasseler Arbeitsagentur, unter anderem an, dass es in Kassel kaum verarbeitendes Gewerbe gebe, das Frauen andernorts Arbeitsplätze biete.

Arbeitsmarktexperte Prof. Holger Bonin von der Uni Kassel zählt neben der Wirtschaftsstruktur weitere Ursachen für die geringe Quote auf: den hohen Ausländeranteil, die zunehmende Zahl von Studentinnen und das Qualifikationsniveau. Die besser qualifizierten Frauen leben laut Bonin im Landkreis Kassel. Der steht nach Angaben der Bertelsmann-Studie mit einer Frauenbeschäftigungsquote der Frauen von 53 Prozent auch bundesweit deutlicher besser da als die Stadt Kassel.

Weil die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte künftig sinken werde, sei es wichtig, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, heißt es in der jüngst vorgestellten Bertelsmann-Studie. Auch, um Altersarmut zu verhindern. Das sieht auch Agenturchef Hesse ähnlich: „In Zeiten des demografischen Wandels ist es zwingend nötig, Potenzial zu entdecken und die so genannte stille Reserve zu aktivieren.“

Im vergangenen Sommer hat die Agentur daher das Projekt „Wiedereinstiegsberatung“ auf den Weg gebracht. Seither sind nach Angaben von Christel Thomas, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmark in der Agentur für Arbeit Kassel, 120 Frauen beraten worden. 15 Prozent seien direkt nach den Gesprächen in eine neue Anstellung gerutscht. 

Rubriklistenbild: © dpa

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