Noch 464 freie Ausbildungsplätze

Berufswünsche werden wahr: Lehrstellenbörse der Handwerkskammer

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Beratungsgespräch: Yvonne Willi (links) holt sich Tipps bei Cornelia Mündel-Wirz. In der Mitte ist ihr Freund Tobias Jung zu sehen.

Kassel. Yvonne Willi wollte bislang Einzelhandelskauffrau werden, weil sie gern mit Menschen zu tun hat. Nun könnte es sein, dass sie ihren Berufswunsch ändert.

Denn auf der bis Freitag laufenden Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Kassel am Scheidemannplatz hat Cornelia Mündel-Wirz, Leiterin der Berufssausbildung, die 22-Jährige auf offene Lehrstellen auch in den Bereichen Hörgeräte-Akustiker und Augenoptiker aufmerksam gemacht.

464 offene Lehrstellen haben Betriebe im Kammerbezirk gemeldet, die Dunkelziffer dürfte hoch sein, weil nicht alle Vakanzen mitteilen. Vor allem in den Außen- und Nahrungsmittelberufen sind Stellen frei. Aber auch angehende Friseure, Bürokaufleute und Kfz-Mechatroniker werden gesucht. Wer Interesse an einer dieser Stellen hat, sollte die Börse aufsuchen.

Von 10 bis 15 Uhr stehen Mitarbeiter von Kammer und Lehrbetrieben heute und morgen für Berufsberatung und Vermittlung bereit. Allein in den ersten zwei Stunden nutzten gestern 20 junge Menschen das kostenlose Angebot.

Rückläufige Geburtenraten und häufig schlechte Verkehrsanbindung erschweren immer mehr Betrieben in ländlichen und entlegenen Regionen Nordhessens die Nachwuchssuche. Hinzu kommt laut Mündel-Wirz, dass Eltern und Schulen vielfach zum weiteren Schulbesuch rieten, sodass dem Handwerk gerade in den klassischen Berufen die Auszubildenden fehlten.

Dabei kann auch eine Lehre im Handwerk der Schlüssel für eine spätere akademische Laufbahn sein. Denn wer den Gesellenbrief mit mindestens einer Drei besteht, kann das Abitur nachholen und studieren. Und wer nach der Ausbildung den Meister macht, darf auch ohne Abi an die Uni. „Wer zu uns kommt, dem stehen alle Türen offen“, sagt Dr. Matthias Joseph. Er ist bei der Kammer unter anderem für Volkswirtschaft und neue Medien zuständig.

Norman Schumann, der Geschäftsführer des gleichnamigen Kasseler Dachdeckerbetriebs, ist gern zur Börse gekommen. Er sucht mindestens einen Lehrling. Den Richtigen zu finden, erweist sich als schwierig. Denn in diesem Beruf müssten die jungen Leute nicht nur körperlich belastbar, sondern auch zuverlässig, teamfähig und sicher im Umgang mit Kunden sein sowie ein Team führen können. „Diese Kriterien erfüllen viele Bewerber leider nicht“, sagt der Diplom-Kaufmann.

Von José Pinto

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