Die neun Fußgängertunnel sollen zur documenta auf Vordermann gebracht sein

Kassels Unterführungen: Beschmiert und vermüllt

Soll dichtgemacht werden: Der Fußgängertunnel am Altmarkt.

Kassel. Sie sind oft mit Graffiti und Schmierereien übersät, schlecht beleuchtet, vermüllt und mit wilden Plakaten behängt: Die neun Unterführungen in der Stadt Kassel. Für viele Fußgänger wie Radler sind sie ein Ärgernis.

Weil die Stadt die Tunnels in diesem erbärmlichen Zustand belassen habe, sei die Bereitschaft gestiegen, sie abzuschaffen, meint die CDU-Fraktion. Die Unterführungen schadeten dem Erscheinungsbild der Stadt und seien den Nutzern nicht länger zuzumuten.

Vor diesem Hintergrund brachten die Christdemokraten einen Antrag ein, die Tunnels auf Vordermann zu bringen. Das sahen in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am Mittwochabend auch die anderen Fraktionen so – und stimmten zu.

Plakate, Plakate: Die Fußgängerunterführung an der Trompete.

Für die Reinigung der Unterführungen muss die Stadt jährlich 22 000 Euro ausgeben, sagt Ingrid Steinbach, Leiterin des städtischen Straßenverkehrs- und Tiefbauamts, auf HNA-Anfrage. In diesem Betrag enthalten sind 7000 Euro ausschließlich für die Beseitigung von Wandbeschmutzungen und Graffiti durch eine Spezialfirma. Während der documenta im nächsten Jahr wolle sich die Stadt von ihrer Schokoladenseite zeigen. Darum sollen die Stadtreiniger dort öfter als einmal wöchentlich sauber machen, wie es jetzt geschehe, sagte Steinbach.

Sicherheitsprobleme gibt es nach Angaben von Ordnungsamt und Polizei weitgehend keine.

Kassels Unterführungen: Beschmiert und vermüllt

Kassel hatte früher 18 Unterführungen, heute nur noch die Hälfte. Ziel der Stadt war es, die alten Tunnels abzubauen und die Innenstadt ebenerdig erreichbar zu machen. Geplant ist als Nächstes, die Verbindung am Steinweg dichtzumachen.

Der erste Fußgängertunnel entstand 1956 am Altmarkt und wurde damals groß gefeiert. Die Autos hatten Vorfahrt vor den Fußgängern, die unter die Erde verbannt wurden.

Der damalige Kasseler Oberbürgermeister Dr. Lauritz Lauritzen sprach von einer glücklichen Lösung für die Fußgänger, für die man weder Kosten noch Mühe gescheut habe.

Heute haben die Stadtplaner einen völlig anderen Blick darauf.

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