Bisher keine gezielten Untersuchungen auf Ehec in heimischen Gewässern

Besser nicht in Fulda baden - Ehec in heimischen Gewässern?

Routinekontrolle: In Höhe des Klärwerks entnehmen Dirk Leithäuser (links) und Raphael Lehmann Wasserproben aus der Fulda. Nach dem Ehec-Erreger wird nur bei konkreten Verdachtsfällen gesucht. Fotos:  Herzog

Kassel. Kann man eigentlich noch guten Gewissens in der Fulda baden? Sollte man Kindern verbieten, am Wahlebach, dem Gunnelbach oder an der Drusel zu spielen? Die Verunsicherung ist groß. Das hessische Sozialministerium rät jedenfalls davon ab, in Fließgewässern zu baden.

Auslöser war der Nachweis des gefährlichen Ehec-Erregers 0104-H4 im Erlenbach bei Frankfurt. „Eine Garantie für die Fulda kann niemand geben, fäkale Verunreinigungen sind hier nach jedem stärkeren Regen möglich“, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig, der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes. Gezielte Untersuchungen nach dem Ehec-Erreger im Fuldawasser gibt es bislang nicht. In Frankfurt war ein konkreter Verdachtsfall aufgetreten. Auf einem Gemüsehof in der Nähe des Bachs war eine harmlosere Version des Ehec-Erregers festgestellt worden. Daraufhin waren Wasserproben genommen worden.

Die Fulda ist kein Badegewässer. Deshalb gelten hier andere Richtlinien als zum Beispiel für den Bugasee. Regelmäßige Untersuchungen des Fuldawassers gibt es dennoch.

Labor kontrolliert

Das staatlich anerkannte Labor auf dem Gelände des Kasseler Entwässerungsbetriebs kontrolliert das Abwasser der Kläranlage. Keime und Bakterien werden in der Anlage auf ein vorgeschriebenes Maß reduziert. Verschwunden sind sie damit nicht. „Unabhängig von Ehec würde ich niemandem empfehlen, direkt unterhalb des Klärwerks in der Fulda zu schwimmen“, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig. Mit jedem Meter flussabwärts werde das Abwasser verdünnt. Unter dem Strich sei die Fulda heute sehr viel sauberer als noch vor einigen Jahrzehnten. Die Wasserqualität schwankt zwischen gut und befriedigend.

Auch das Wasser der Bäche, die in die Fulda fließen, ist normalerweise in Ordnung. Wenn allerdings mit dem Regen Fäkalien von einer Viehweide hineingespült werden, kann sich das schnell ändern.

Zum Baden derzeit etwas kühl, aber unbedenklich: Die Wasserqualität des Bugasees ist gut. Melanie Götz genießt die Erfrischung.

Eine direkte Verbindung zwischen der Fulda und dem Bugasee gibt es nicht. Durch die Kiesschichten und bei Hochwasser kann es aber einen Austausch geben. Die Qualitätskontrolle im Bugasee unterliegt den strengen Vorgaben für Badegewässer. „Wir haben den See zuletzt am Wochenende überprüft, es gibt keine Beanstandungen“, sagt Dr. Markus Schimmelpfennig.

Die Belastung mit Keimen liege deutlich unter den Grenzwerten. Auch bei einem Vergleichstest der hessischen Badeseen hatte das Buga-Gelände gut abgeschnitten. Die größte Gefahr besteht hier durch Blaualgen, die bei längerer Hitze auftreten können. Deshalb war der See in den vergangenen Jahren mehrfach gesperrt worden.

Von Thomas Siemon

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