Lernhilfeschulen fürchten Kürzungen bei Benachteiligtenförderung

Bessere Berufschancen ohne Schulabschluss?

Kassel. Haben Lernhilfeschüler bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ohne einen Schulabschluss anstatt mit einem? Arne Borg, Schulleiter der Kasseler Schulen für Lernhilfe, Heinrich-Steul-Schule und Agathofschule, ist davon überzeugt.

Damit seine Schüler besser in den Beruf kommen, rät er ihnen davon ab, einen Hauptschulabschluss anzustreben.

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Aus seiner Sicht ist es besser, wenn lernschwache Schüler ohne Schulabschluss in das Rehabilitationsprogramm des Berufsbildungswerks (BBW) Nordhessen aufgenommen werden. Alle Abgänger ohne Abschluss bekommen von der Bundesarbeitsagentur (BA) ein psychologisches Gutachten ausgestellt und werden anschließend zur Reha an das BBW weiterempfohlen. Dort können sie auch ohne Hauptschulabschluss die staatliche BBW-Berufsschule besuchen, den Hauptschulabschluss nachholen und eine qualifizierte Berufsausbildung absolvieren. Es sei besser, einen Gesellenbrief in der Tasche zu haben, als sich mit einem schlechten Schulabschluss der harten Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt auszusetzen, sagt Borg: „Das ist für unser Klientel fast aussichtslos.“

Hintergrund ist die Angst vieler Lernhilfeschulen vor einem Sparprogramm der BA bei der Benachteiligtenförderung. Nach Informationen der HNA soll in Nordhessen ein zweistelliger Millionenbetrag im Rehabereich gespart werden. Diese Zahl wurde von der BA nicht bestätigt. Sprecherin Silke Sennhenn sagt: „Der Agentur für Arbeit Kassel stehen im Bereich der Rehabilitation für 2010 nicht weniger Haushaltsmittel als in 2009 zur Verfügung.“ Dagegen sagt Frank, dass dem BBW bereits signalisiert worden sei, dass die Ausbildung um die Hälfte gedeckelt werde. Denn die ist aufgrund eines hohen Personalschlüssels teuer: Eine von der BA finanzierte Berufsausbildung kostet bis zu 110 000 Euro.

Von Christina Hein

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