Heute wird neuer Standort des ITeG eröffnet - Interdisziplinäre Forschung zu Kommunikationstechnologien

Bessere Vernetzung unter einem Dach

Neu herausgeputzt: Am neuen Standort Pfannkuchstraße nahe der ehemaligen Ingenieurschule feiert heute das Forschungszentrum ITeG Eröffnung. Foto: Rudolph

Kassel. Von wegen verflixt: Nach sieben Jahren steckt das Forschungszentrum für Informationstechnikgestaltung (ITeG) der Universität Kassel keineswegs in der Krise. Im Gegenteil, durch den neuen Standort an der Pfannkuchstraße, der heute mit einer Feier eröffnet wird, rücken die Wissenschaftler verschiedener Fachgebiete bei ihrer Forschung zu moderner Informations- und Kommunikationstechnik noch näher zusammen.

Ohnehin boomt das ITeG. Das zeigt allein das Drittmittelaufkommen, also für Forschung eingeworbenes Geld, das seit 2005 von 1,5 Mio. auf 4,8 Mio. Euro gestiegen ist. Die Zahl der Professoren stieg von vier auf sieben, die der wissenschaftlichen Mitarbeiter von 48 auf aktuell 74. Im Hauptforschungsprojekt Venus, das zur Exzellenzinitiative LOEWE des Landes gehört, geht es darum, neue Techniken der digitalen Informationsverarbeitung und Kommunikation sicher, benutzerfreundlich und rechtskonform zu gestalten.

Vor sieben Jahren wurde das ITeG gegründet. Wie viel Weitsicht die Forscher schon damals zeigten, illustriert auch der Text zur Eröffnung in der HNA im Februar 2005. Prof. Klaus David - einer der drei Gründungsprofessoren und heute einer der geschäftsführenden Direktoren des ITeG - bezeichnete den Zugriff auf das Internet per Handy darin als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft. Das ist inzwischen Realität geworden.

Die Entwicklung zu allgegenwärtiger Datenverarbeitung, die David seinerzeit ebenfalls schon prophezeite, geht unaufhaltsam und in rasantem Tempo weiter. Der Auftrag des Forschungsinstituts ist hingegen geblieben.

Am ITeG sitzen nicht nur Tüftler, die sich Software für Tablet-Computer oder Handy einfallen lassen, etwa die beliebten Apps als Zusatzprogramme fürs Mobiltelefon. Das Besondere am ITeG ist das Arbeiten über Fachgrenzen hinweg. Bei der Entwicklung moderner Technik werden schon im ersten Schritt neben den technischen auch rechtliche, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte einbezogen, erläutert der Informatik-Professor Dr. Kurt Geihs.

Für die Akzeptanz von Entwicklungen sei es nicht nur wichtig, dass die Anwendung benutzerfreundlich gestaltet sei, sagt Geihs. Einerseits wünsche sich der Nutzer möglichst viel automatische Unterstützung. Andererseits wolle er die Kontrolle behalten. „Er muss jederzeit das Gefühl haben: Ich bin Herr der Lage.“

Das betreffe auch den Umgang mit den eigenen Daten. Es gelte, nur die für das Programm nötigen Nutzerdaten zu erheben und diese nicht ungefragt weiterzugeben, betont Geihs. Damit die moderne Technik auch angenommen wird, sei wichtig, die Risiken von Anfang an zu berücksichtigen.

Von Katja Rudolph

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