Beste Chancen für Schlaganfallpatienten 

Thrombektomie im Klinikum Kassel
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Thrombektomie

Das Neurovaskuläre Zentrum des Klinikum Kassel vereint höchste interdisziplinäre Kompetenz 

An den Tag ihres Schlaganfalls hat Helga Munz-Belz nur vage Erinnerungen. „Ich bin morgens aufgewacht, und irgendetwas stimmte nicht. Das Aufstehen fiel mir sehr schwer, ich habe mich völlig kraftlos gefühlt“, erzählt die 74-jährige aus Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis. Dieses Gefühl kennt sie nicht, eigentlich ist sie noch sehr rüstig und immer viel unterwegs. Schnell schiebt sie den Gedanken beiseite und hebt sich nach Kräften aus dem Bett, um nur Sekunden später auf dem Boden zusammenzusacken. „Wie ein Kartoffelsack lag ich da. Ich konnte einen Arm nicht heben und habe kein klares Wort herausbekommen.“

Geistesgegenwärtig zieht Helga Munz-Belz mit dem gesunden Arm einen Hocker zu sich heran und klopft damit wild auf den Fußboden, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Tochter wohnt im selben Haus unter ihr und eilt zur Hilfe. Als sie die Mutter auf dem Boden entdeckt, ruft sie sofort den Notarztwagen. Ein großes Glück für Helga Munz-Belz, denn ein Gerinnsel hat ein Blutgefäß im Gehirn verstopft – nun zählt jede Minute, um sie vor schweren bleibenden Schäden zu bewahren.

Die Patientin wird ins Klinikum Kassel gebracht. „Ich weiß nur noch, dass ich in die Notaufnahme gekommen bin – danach ging es sehr schnell. Nachdem ich aufgewacht bin, konnte ich wieder sprechen“, erklärt Helga Munz-Belz. Was sie nicht mehr erinnert: Bei ihrer Ankunft steht im Neurozentrum des Klinikum Kassel ein interdisziplinäres Team aus der Neurologie, Neuroradiologie und Anästhesiologie bereit, das minutenschnell den Verschluss einer großen Hirnarterie diagnostiziert und sofort eine Schlaganfall-Thrombektomie einleitet.

Erfahrung ist ein Erfolgsfaktor

Das hochspezialisierte Verfahren wird bei schweren Schlaganfällen angewandt. Um das Blutgerinnsel zu entfernen, wird ein Mikrokatheter über einen Leistenzugang in die verschlossenen Arterien des Gehirns eingebracht und so ein flexibler Stent über den Thrombus plaziert. An dessen Spitze befindet sich ein röhrenartiges Drahtgeflecht, ein so genannter Stent-Retriever, der sich in der Arterie entfaltet. Das Blutgerinnsel verfängt sich in seinen Maschen und wird dann mit dem Stent herausgezogen.  

Schlaganfall-Thrombektomien werden bereits seit einigen Jahren in  spezialisierten Neuro-Zentren wie dem Klinikum Kassel eingesetzt. Damit die Behandlung erfolgreich ist, ist medizinische Expertise, jahrelange Erfahrung und vor allem ein eingespieltes Team nötig.

„Die Erfolgschancen hängen in hohem Maße vom Trainingsgrad des Teams ab. Man darf keine Zeit verlieren – das geht nur, wenn der Eingriff routiniert abläuft“, erläutert Dr. Ralf Siekmann, Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie im Klinikum Kassel. Der Experte weiß wovon er spricht. Durchschnittlich 130 solcher Thrombektomien führt er mit seinem Team pro Jahr durch, und das seit über 10 Jahren – Tendenz steigend. An sieben Tagen die Woche stehen die Experten rund um die Uhr für Notfälle bereit.

„Mit der Erfahrung konnten wir unsere Ergebnisse kontinuierlich verbessern und die Risiken minimieren“, so Dr. Siekmann. Das Klinikum Kassel steht wie alle Krankenhäuser mit diesem Leistungsangebot regelmäßig auf dem Prüfstand der Behörden – die Qualitätsurteile sind durchweg positiv, und so werden Schlaganfall-Thrombektomien am Klinikum von den führenden Fachgesellschaften empfohlen.

Dr. Ralf Siekmann

Spitzenmedizin auch in der Vor- und Nachsorge

Entscheidend für das Schicksal des Patienten sind nicht nur Diagnostik und Thrombektomie, sondern auch die anästhesiologische Begleitung und die Nachsorge. Die ersten Tage nach dem Eingriff sind besonders kritisch.

„Wichtig für den Erfolg der Behandlung ist eine spezialisierte Nachsorge. Deshalb legen wir großes Augenmerk auf eine enge Verzahnung der neurologischen Disziplinen. Unser Fachpersonal deckt lückenlos alle Facetten des Schlaganfalls ab“, erklärt Prof. Dr. Julian Bösel, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Kassel und Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. In der Notaufnahme, auf der überregional zertifizierten Stroke Unit und der Neurointensivstation werden die Patientinnen und Patienten von Spezialisten versorgt.

„Mögliche Komplikationen haben wir stets im Blick, können sie schnell beurteilen und dann auch sofort behandeln“, ergänzt Prof. Bösel. „Nicht selten sind wir Neurologen dann mit gleich drei unterschiedliche Disziplinen im Austausch: Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und Kardiologie. Damit haben wir am Klinikum Kassel einzigartige Handlungsmöglichkeiten in der Region“.  

Prof. Dr. Julian Bösel

Diese Erfahrung und Expertise im Klinikum Kassel hat Helga Munz-Belz vor schweren Hirnschäden bewahrt. Nach nur einer Woche stationärem Aufenthalt geht es für sie in die Reha-Klinik nach Bad Wildungen. Der Schreck sitzt noch tief, aber sie ist guter Dinge, bald wieder auf den Beinen zu sein. „Ich bin einfach nur dankbar, dass ich hierhergekommen bin“, freut sie sich. „Wer weiß, was mit mir passiert wäre, wenn ich die Therapie nicht so schnell bekommen hätte“.

Optimale Schlaganfallversorgung für die Region

Das Neurovaskuläre Zentrum des Klinikum Kassel bringt seine Expertise in die Fläche Nordhessens und der Nachbarregionen. Als zentrale Koordinierungsstelle koordiniert es über 15 andere Kliniken z.T. im Rahmen von Telekonsilen und regelt die Patientenströme. Vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) wurde das Neurovaskuläre Zentrum des Klinikum Kassel als offizielles Thrombektomiezentrum benannt. Die Partnerkliniken haben sich verpflichtet, Patienten mit schweren Schlaganfällen aufgrund der bestehenden Expertise im Klinikum Kassel behandeln zu lassen. So wird sichergestellt, dass alle Patientinnen und Patienten mit gefäßbedingten Erkrankungen des Nervensystems in Nordhessen und Umgebung die optimale Behandlung bekommen.

www.gnh.net/neurovaskulaeres-zentrum

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